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Donnerstag, 09.07.2020

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A3: Baustellenverkehr auf dem Radweg

Der Simon-Rabl-Weg ist nur verengt passierbar: Er dient als Verbindung für den Transport von Aushubmaterial. - 25.06.2020 15:30 Uhr

Die Unterführung des Simon-Rabl-Wegs auf der Ostseite der Autobahn, an der Erdaushub von der Westseite für die Behelfsfahrbahn aufgeschüttet wird. Das Holzgatter markiert die Bau-Grenze. © Foto: Edgar Pfrogner


So ist dieser Tage der Simon-Rabl-Weg sozusagen zu einer nicht unwichtigen Bau-Straße geworden.

Der Geh- und Radweg von Heßdorf bis nach Dechsendorf, der auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge offen ist, führt nahe dem Heßdorfer Gewerbegebiet unter der Autobahn durch. Das macht ihn auch für die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) der Baufirmen wichtig, die für die Projektgesellschaft die Ausbauarbeiten durchführt. Auf dem Simon-Rabl-Weg herrscht seit Tagen eine Massen-Bewegung. Bewegt werden Erdmassen von West nach Ost. So auf Anfrage Georg Binder, der stellvertretende Gesamtwerkleiter der ArGe.

Auf der West-, also der Heßdorfer Seite der Fernstraße wird direkt an der Radweg-Unterführung eines der Rückhaltebecken ausgebaggert, das einst das Oberflächenwasser von den sechs Fahrspuren aufnehmen und in die umliegenden Gräben ableiten soll.

Die Erde kann man auf der Dechsendorfer Ostseite der Autobahn gut brauchen. Dort muss ein Damm aufgeschüttet werden, auf dem eine provisorische Straße asphaltiert wird. Für die Zeit, während der auf der Westseite die Autobahn deren Verbreiterung läuft, soll der Verkehr weiter vierspurig an der Baustelle vorbeifließen. Deshalb die provisorische Straße.

Den Material-Transport auf dem Umweg über die vielbefahrene Staatsstraße durchzuführen, wäre eine unzumutbare Belastung, sowohl für die Baufirmen als auch für den dort laufenden Pendlerverkehr. Man fährt die Erde also auf dem Simon-Rabl-Weg.

Dieser bleibt dabei sogar für Fußgänger und Radfahrer offen, sagt Binder, wenngleich die Unterführung schmäler wird. Der Weg ist eine beliebte Verbindung zum Gewerbegebiet. Auch Fahrradpendler nach Erlangen nutzen ihn.

Bei Brücken und Unterführungen, die bei dem auf 2,8 Milliarden Euro taxierten Ausbauprojekt, ist die Gemeinde Heßdorf übrigens Rekordhalterin. Auf ihrem Gebiet müssen von 2021 bis zum voraussichtlichen Ende der Arbeiten 2025 nicht weniger als zehn solcher Bauwerke neu gebaut werden. Eine elfte kommt noch hinzu: Etwa auf Höhe von Untermembach wird eine 90 Meter breite bewaldete Wildbrücke über die sechsspurige A 3 geschlagen.

Und während der Bauzeit wird sich der Betrachter auch an kilometerlange, viehgatterähnliche Holzzäune längs der Mega-Baustelle gewöhnen müssen. Mit Vieh oder auch Wild haben die Abgrenzungen nichts zu tun. Sie markieren laut Georg Binder die Außengrenze der Bauarbeiten. Die Baumaschinenfahrer soll deutlich sehen, dass sie nicht jenseits dieser Linie Landschaft zerstören dürfen.

RAINER GROH

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