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Adelsdorf kümmert sich um die Fahrradfahrer

Gemeinde ist in die AGFK aufgenommen worden und lässt nun ein Radverkehrskonzept erstellen - 11.02.2021 06:00 Uhr

Gute gelaunt auf dem Fahrrad unterwegs – das ist in und rund um Adelsdorf möglich. Die Gemeinde wurde jetzt in die „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen“ aufgenommen. Darüber freuen sich Bürgermeister Karsten Fischkal (links) und Radwegenetzbeauftragter Gert de Groot.

10.02.2021 © Archivfoto: Niko Spörlein


Das freut Bürgermeister Karsten Fischkal, aber natürlich auch den Radwegenetzbeauftragten der Gemeinde, Gert de Groot. Gemeinsam haben die beiden im Rahmen einer digitalen Veranstaltung mit Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, die Aufnahmeurkunde entgegen genommen.

In der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen" haben sich inzwischen 83 bayerische Kommunen (darunter auch Herzogenaurach, Erlangen, Baiersdorf und Uttenreuth) mit insgesamt knapp sechs Millionen Einwohnern mit dem Ziel zusammengeschlossen, gemeinsam den Radverkehr zu fördern, Erfahrungen auszutauschen und Synergieeffekte zu nutzen. Auch die Landkreise Fürth, Erlangen-Höchstadt und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sind schon dabei.

Die AGFK Bayern vertritt die Interessen ihrer Mitglieder im Radverkehrsbereich unter anderem in der Landes- und Bundespolitik und bei kommunalen Spitzenverbänden. Dazu zählen sowohl die Förderung einer radverkehrsfreundlichen Mobilitätskultur als auch der Ausbau der Infrastruktur und die Erhöhung der Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer.

Anspruchsvolles Prüfverfahren

Alle Interessenten, die sich um eine Aufnahme bewerben, werden nach einem einheitlichen Kriterienkatalog auf ihre Fahrradfreundlichkeit geprüft. Der Adelsdorfer Gemeinderat hat 2019 beschlossen, einen Antrag auf Aufnahme zu stellen und sich dem anspruchsvollen Prüfverfahren zu stellen. Im Juni 2020 hat Gert de Groot dann gemeinsam mit Vertretern von AGFK, ADFC und vom Radreferat des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr eine Acht-Kilometer-Fahrradtour rund um Adelsdorf absolviert. "Das war eine typische Aufgabe, die ich als Radwegenetzbeauftragter habe", so de Groot. Und er konnte sich freuen: "Die Teilnehmer waren von Adelsdorf begeistert."

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Fahrradstadt Erlangen

Ein Drittel des Verkehrsaufkommens in Erlangen wird mit dem Fahrrad erledigt. Tendenz steigend. Den Grundstein für das Image als Fahrradstadt hat in den 1980er Jahren der damalige OB Dietmar Hahlweg gelegt, der konsequent auf den Drahtesel als ökologisches Fortbewegungsmittel setzte.


Seit 2017 hat Gert de Groot dieses Amt inne. Er schien dem Gemeinderat damals, als man einen Radwegenetzbeauftragten installieren wollte, wohl als erster Vorstand des Radsportclubs "die beste Lösung" zu sein, wie er schmunzelnd erzählt. Damals habe er noch keine Ahnung von Verwaltung gehabt, inzwischen habe er sich aber reingearbeitet. Seine Aufgaben: "Eigentlich alles, was mit Radwegen zu tun hat."

So hat die Gemeinde Adelsdorf in Kooperation mit dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim eine 1300 Kilometer lange touristische Radwegroute mit 7000 Radwegweisern geplant und im Jahr 2020 realisiert. Momentan laufen die Planungen für ein Radwegenetz für Berufspendler in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Fertigstellung ist für 2023/2024 geplant.

Finanzielle Förderung

Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt, weshalb die Aufnahme in die AGFK so erfreulich ist: finanzielle Unterstützung. Gemeinden, die viel für den Radverkehr tun, kommen in diesen Genuss, das Ministerium vergibt Zuschüsse nach dem Gießkannenprinzip. De Groot erklärt: "Durch die Mitgliedschaft ist Adelsdorf nun in der Gießkanne mit drin, wir können planen, Vorschläge machen und Zuschüsse bekommen."

Dennoch war die AGFK laut de Groot noch nicht ganz zufrieden mit Adelsdorf. Im Ergebnisprotokoll sind einige Handlungsempfehlungen aufgelistet. "Die müssen wir in den nächsten vier Jahren erledigen, sonst wird uns die Mitgliedschaft wieder aberkannt", sagt de Groot. Das Ganze sei also "knallhart".

Handlungsempfehlungen sind beispielsweise, dass die Fahrradabstell-anlagen an öffentlichen Plätzen verbessert werden sollten und ein Radverkehrskonzept für die Gemeinde erstellt werden soll.

Letzteres hat der Gemeinderat bereits einstimmig genehmigt und bei einem Planungsbüro in Auftrag gegeben. "Das Büro erstellt einen genauen Bericht, was alles geschehen soll – das ist wunderbar für mich, dass ich dann mal so eine Übersicht vorliegen habe", freut sich de Groot. Das Radverkehrskonzept wird mit 80 Prozent gefördert; Maßnahmen, die sich daraus ergeben, ebenfalls mit 80 Prozent.

JEANETTE SEITZ

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