Adelsdorfer Kläranlage soll optimiert werden

19.7.2013, 09:00 Uhr
Abwassermeister Matthias Steger bei einem der (gefüllten) Sammelbecken. Künftig soll der Schlamm trockener werden, um mit den Gasen, die bei dem Prozess entstehen, Energie zu gewinnen.

© Spörlein Abwassermeister Matthias Steger bei einem der (gefüllten) Sammelbecken. Künftig soll der Schlamm trockener werden, um mit den Gasen, die bei dem Prozess entstehen, Energie zu gewinnen.

Deshalb beschäftigte sich im Oktober vergangenen Jahres schon der Haupt- und Finanzausschuss mit der energetischen Optimierung der Anlage und debattierte über die technischen Möglichkeiten, den Klärschlamm so zu behandeln, dass dieser trockener wird und die aus diesem Prozess entstehenden Gase für weitere Energiegewinnung genutzt werden können.

Mit der technischen Umsetzung wurden nun drei Ingenieurbüros beauftragt, die in dieser Woche bei der Gemeinderatssitzung vorsprachen und die Realisierbarkeit dieses Vorhabens erläuterten. Machbar, so das Fazit aller drei Büros, sei alles, zumal die Adelsdorfer Kläranlage technisch perfekt funktioniere und auf dem Gelände Platz sei, für weitere Funktionseinheiten.

Stichwort „Hochlastfaulturm“

Mit dem Büro Schneider & Partner arbeitet die Gemeinde schon viele Jahre zusammen; für dieses Büro berichtete der Diplom-Ingenieur Ulrich Schmitz aus Geldern. Das Stichwort aller drei Experten (Siegmann und Hydro-Ingenieure aus Kaiserslautern) war „Hochlastfaulturm“, der für die Trocknung des Klärschlamms und die Gewinnung von Gasen benötigt wird. „Momentan liefern wir eigentlich Wasser mit dem Klärschlamm an die Verbrennung“, meinte Bürgermeister Karsten Fischkal.

Nicht nur Fischkal, sondern auch sein Vorgänger Armin Goß setzte sich schon vehement für die optimale Energiegewinnung auf der Anlage ein; unter Goß wurde auch die „Denitrifikation“ eingebaut, was Millionen Euro kostete, und erst jüngst wurden „Plattenbelüfter“ im Belebungsbecken installiert, die Stromkosten sparen sollen.

Laut den Experten gehe es generell um die Nutzung der Abfälle aus dem Klärwerk, um Abfälle aus dem Rechen- und Sandfang, nicht zuletzt auch um die Schlammmenge als solches — und darum, diese gesammelt einer anaeroben Stabilisierung zuzuführen. „Wenn’s dann nicht mehr stinkt, dann ist dieser Prozess vollendet“, hieß es.

Die Schlammmenge werde dann natürlich kleiner, mindestens um 30 Prozent. Will heißen, dass womöglich „externes Substrat“ (Schlamm und andere biologische Fundamente nicht von der Adelsdorfer Kläranlage) entgegengenommen werden könnten. Diesbezüglich beantwortete der Ingenieur eine Anfrage von Paul Sänger (FW), riet aber gleichzeitig, Vorsicht walten zu lassen mit der Annahme von externen Substraten, was unter dem Strich auch einer rechtlichen Prüfung unterzogen werden sollte.

Eine „Verstromung“ des Klärgases wäre also zweifelsohne machbar, wenn die elektrotechnischen Voraussetzungen stimmen, die Regelungstechnik angepasst werde, die Verfahrenstechnik ebenfalls, und wenn womöglich bauliche Anforderungen erfüllt werden.

Eine Kostenfrage

Natürlich kamen da sofort Fragen aus dem Gremium, was eine solche energetische Optimierung der Anlage kosten würde. „Das Billigste wollen wir nicht, das Teuerste aber auch nicht“, stellte Andreas Maier (CSU) sofort fest und wollte gleichzeitig wissen, wann sich eine solche Investition amortisiere.

Das werde wohl Jahre dauern, hieß es, wenngleich bis zu diesem Stand der Debatte noch niemand Zahlen genannt hatte. Letztlich aber war die Rede von zwischen 600000 und 800000 Euro.

Bürgermeister Fischkal betonte ausdrücklich, dass diese Investition nichts mit der Abwassereinrichtung als solches zu tun habe, entsprechend auch nicht über Verbrauchsgebühren verechnet werden könne. Vielmehr stellt man sich die Abwicklung über die kommunale Energie GmbH vor, oder vielleicht sogar über eine Art Bürgermodell.

Am Ende bekamen zwei der drei Büros den Auftrag, ein Realisierungskonzept zu erarbeiten, das im Gremium später nochmals besprochen werde. Die Kosten für dieses Konzept belaufen sich auf maximal 15000 Euro. „Und Zuschüsse gibt es für dieses Vorhaben auch“, ergänzte der Sitzungsleiter.

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