Mittwoch, 13.11.2019

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"Aufholjagd" in Adelsdorf

Die Großgemeinde hinkt bei den Jahresabschlüssen hinterher - 27.09.2019 13:57 Uhr

Die Großgemeinde Adelsdorf hinkt bei seinen Jahresabschlüssen ziemlich hinterher. © Foto: Berny Meyer


Er heißt Matthias Bayerlein, ist 32 Jahre alt, Diplom-Betriebswirt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt derzeit noch in Würzburg, hat aber bereits eine Wohnung in Neuhaus gefunden. Bayerlein tritt seinen Dienst in Adelsdorf am 1. November an. Und er bekommt dann an der Seite von Bertleff eine Menge Arbeit, denn die Gemeinde muss seit Jahren schon weit zurückliegende Jahresabschlüsse nachholen.

Matthias Bayerlein. © Foto: Niko Spörlein


Am Mittwoch war der Rechnungsabschluss für das Geschäftsjahr 2012 dran, den Bertleff im Detail erläutertet. Bald wird laut Bürgermeister Karsten Fischkal diesbezüglich auch noch der Dienstleister Rödl und Partner bei der "Aufholjagd" unterstützend mit eingreifen, denn bis zu 2500 Einzelposten pro Jahr müssten buchhalterisch geordnet werden. Man wolle dann die nächsten Jahre mindestens zwei, vielleicht drei Jahresabschlüsse dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen, hieß es.

Das war dann das Signal für Uli Günther (CSU), den Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses. 2013, sagte er, sei hinsichtlich der finalen Prüfung so gut wie fertig, aber drei Jahresabschlüsse in einem Jahr könne man keinesfalls schaffen. Sieben Jahre Rückstand, das sei schlicht "unerträglich", meinte Jörg Bubel (SPD). Fischkal machte letztlich darauf aufmerksam, dass es sich bei den Abschlüssen um "sehr komplexe" Angelegenheiten handle.

Buchungsfehler korrigiert

Zudem ging es um eine formale Ergänzung des aktuellen Haushaltsplanes, weil dort, "bei einem Gesamtvolumen von über 20 Millionen Euro" (Fischkal), ein Fehler in der Software zu einem Buchungsfehler geführt habe, der der Rechtsaufsicht natürlich aufgefallen sei. Es handelte sich um einen falsch verbuchten Betrag in Höhe von 650 Euro, der gegen die Stimme von Jörg Bubel im Finanzplan nun korrigiert wurde.

Dann kam es noch, nach der Ermächtigung zur Feststellung des Geschäftsabschlusses der Energiegesellschaft, zu ungewöhnlich heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Fraktion der Freien Wähler und der Fraktion CSU/Bürgerblock. Anlass waren zwei Anträge (wir berichteten), die sich einerseits um ein mögliches Ärztehaus (Freie Wähler), andererseits um alternative Pflegeformen (CSU) drehten. CSU-Fraktionssprecher Uwe Pöschl warf seinem Gegenüber, FW-Fraktionssprecher Günter Münch, vor, er verbreite "unsachliche Stellungnahmen". Münch verhalte sich "oberlehrerhaft", was bei diesem wichtigen Thema nicht hilfreich sei. Münch hielt dagegen, dass die CSU Anträge abkupfere.

Der Bürgermeister mahnte zu Sachlichkeit und schlug vor, Konzepte und Gutachten in beide Richtungen zu erstellen. "Wir brauchen hier eine Arbeitsgrundlage", womöglich sogar integriert in das Ortsentwicklungskonzept, womit sich dann alle einverstanden erklärten.

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