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Donnerstag, 20.06.2019

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Begeisterte Kinder beim Earth Day in Herzogenaurach

Was kreucht und fleucht in der Natur? - 22.05.2019 18:18 Uhr

Spannung vor dem Bienenhaus: Franz Mages erklärt den Schülern die Imkerei, bevor er die Waben aus dem Haus holt. © Foto: Eduard Weigert


Aufgeregt schauen Hanna Schubert, Luise Kraus und Lilia Wegmann in ihren Kescher. "Wir haben einen Teichläufer, eine Spitzschnecke und diesen roten Wurm hier", rufen sie freudig heraus. Beim Earth Day lernen Grundschüler aus Herzogenaurach die Natur kennen.

Paul Heidner erklärt den Mädchen der Grundschule Liebfrauenhaus, dass es sich bei dem kleinen roten Bachwesen um eine Zuckmückenlarve handelt. Der Biologe und Naturpädagoge hat sich mit den Grundschülern am renaturierten Bachlauf des Bimbaches in Haundorf eingefunden und spricht mit den Kindern über das Leben am und im Wasser.

Was habe ich gefangen? Mädchen und Jungen der Grundschule Liebfrauenhaus gehen mit dem Kescher nahe dem Bimbach auf Erkundungstour. © Foto: Eduard Weigert


Anlässlich des Earth Days haben die Mädchen und Jungen der Carl-Platz-Schule, der Cunz-Reyther-Grundschule Niederndorf und der privaten Grund- und Mittelschule Liebfrauenhaus die Schulbank gegen die Natur eingetauscht. Bach, Biene, Hecke und Wald – zur Auswahl gab es im Voraus verschiedene Themengebiete, die sich alle dem Artenschutz widmen.

"So viel wie hier lernen die Kinder nie an einem ganzen Schultag", sagt Monika Murphy. Als Lehrerin hat sie lediglich die organisatorischen Fragen vorbereitet – um die Inhalte kümmert sich an diesem Tag am Bach Heidner. Insekten, Kaulquappen und kleine Fische zeigt er den Schülern. "Die Kinder sind ganz erstaunt, was alles kreucht und fleucht. Sie flippen immer aus, was es alles gibt", sagt Heidner. Er hat Karten ausgelegt. Auf diesen können die Schüler die Tiere noch einmal erkennen. Zudem lesen sie daran ab, wie rein das Wasser sein muss, damit sich der Bachbewohner niederlässt.

Großes Gewusel herrscht auch auf dem Firmengelände von adidas. Doch dort wimmeln nicht Kinder, sondern vor allem Bienen herum. Die Drittklässler der Carl-Platz-Schule stehen ganz gebannt um Franz Mages.

Der Bienenfachberater erklärt den Mädchen und Jungen alles über die nützlichen Insekten, die der Herzogenauracher Imkerverein auf dem Areal aufgestellt hat.

Die Spannung steigt bei den Schülern, als Mages den Kasten öffnet und die Tiere mit ein bisschen Rauch ruhigstellt. "Ich kann jetzt rauflangen und die tun mir nichts – so gefährlich sind die Bienen."

Neben diesen beiden Stationen lernen die anderen Klassen außerdem in der Altstadt etwas über den Storch, am Weihersbach säen die jungen Umweltaktivisten Blühstreifen an, am Klosterwald lernen sie etwas über den Wald beziehungsweise über Pflanzen, Vögel und Käfer in der Hecke.

Eingebunden sind die Themen in den Unterricht. In ihren jeweiligen Klassenstufen sprechen die Lehrer über die einzelnen Naturaspekte, mit denen sich die Kinder am Montag befasst haben und am Dienstag noch beschäftigen. "Wir hatten zuvor den Klimawandel und Verpackung behandelt, mit dem Earth Day fangen wir das Thema Wasser an", sagt Murphy.

Nachmittags interviewen ein paar Dritt- und Viertklässler den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und Bürgermeister German Hacker (SPD). Der Minister tritt als Schirmherr des Earth Days auf. Glauber spricht – vermutlich nicht für jeden Grundschüler verständlich – vom Weltbiodiversitätstag und dem Volksbegehren gegen das Bienensterben. "Wenn eure Eltern unterschrieben haben, sagen sie, ich tue zu wenig", sagt Glauber den Grundschülern und erklärt, dass die Regierung an Wäldern, Straßen und Flüssen Blühstreifen säen will.

Gemeinsam mit den Kindern und Hacker macht Glauber sodann den Anfang direkt an der Carl-Platz-Schule. Eine zuvor stets gemähte Mähfläche wird nun zum Blühstreifen.

BURKHARD BÜSING 

BURKHARD BÜSING

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