Beim ASV Niederndorf herrscht Idealfall

Für langjährige Treue zum Verein ehrte der ASV Niederndorf zahlreiche Mitglieder. Der komplette Vorstand wurde bei den Neuwahlen im Amt bestätigt.

Für langjährige Treue zum Verein ehrte der ASV Niederndorf zahlreiche Mitglieder. Der komplette Vorstand wurde bei den Neuwahlen im Amt bestätigt. © Foto: Oliver Koprivnjak

Der Bürgermeister nennt es den Idealfall. "Selbstverständlich wäre es am besten, wenn auch in Zukunft der Vorstand eines Vereins ehrenamtlich geführt wird", erklärt German Hacker den anwesenden Mitgliedern des ASV Niederndorf. Doch Hacker merkt, dass sich derzeit vieles ändert im Land. Auch das Ehrenamt gerät da zunehmend unter Druck. "Die Gesellschaft steht aktuell unter Stress", sagt Hacker. Die Art, wie ein Verein geführt wird, werde sich in den kommenden 20 Jahren massiv verändern. "Aber Veränderungen sind nicht schlimm", so der Bürgermeister. "Wir müssen uns nur auf diese neuen Bedingungen einlassen."

Auch deshalb macht die Stadt ein Angebot, mit dem die Vereine diese Umwälzungen meistern können: Für eine Übergangsphase von drei Jahren wird die Einstellung hauptamtlicher Mitarbeiter finanziell gefördert. Doch für den Vorsitzenden des ASV Niederndorf ist das genau der falsche Ansatz, der das eigentliche Problem nur weiterschiebe. "Die Sportvereine werden zunehmend und nicht nachvollziehbar bürokratisiert", erklärt Michael Persang. Statt nun extra Beschäftigte einzustellen, die dieser Überbürokratisierung begegnen, seien die Förderungen für Trainer und Funktionäre viel entscheidender. "Das ist keine Kritik an der Stadt", betont Persang. "Aber manche Rahmenbedingungen machen uns das Leben unnötig schwer."

Dass sich alles permanent verändert, daran hat sich der Verein inzwischen gewöhnt. Und steht trotzdem stets auf sicheren Beinen. Der Haushalt ist fast ausgeglichen, über 1300 Mitglieder werden gezählt, mit Capoeira und Taekwondo könnten sich schon bald zwei Kampfsportarten im Verein etablieren.

Für mehr Kontinuität

Damit der ASV aber auch weiterhin zukunftsfest bleibt, wird die Satzung an drei entscheidenden Stellen abgeändert. Eine Haftungsklausel wird aufgenommen, damit der Vorstand nicht mehr in einem Vakuum arbeiten muss. Die Arbeitsperiode des Vorstands wird ab 2020 auf drei Jahre verlängert, damit mehr Kontinuität gewährleistet werden kann. Und das verantwortungsvolle Amt des Schatzmeisters wird durch den Vorstand vergeben, damit eine gewissenhafte Einarbeitung neuer Kandidaten möglich ist.

Doch trotz des Blicks in die Zukunft bleiben an diesem Abend natürlich auch die Traditionen gewahrt. Ganz klassisch stehen Ehrungen auf dem Programm. "Über 1000 Mitgliedsjahre sind das", erklärt Persang. Eine Ehrennadel für 70-jährige Mitgliedschaft bekommen Konrad Kreller und Adam Vogel, für 60-jährige Mitgliedschaft Heinrich Egelseer, Karl Kräck und Irmgard Sonnert. Seit bereits 50 Jahren im Verein aktiv sind Francesco Avella, Hans Nagel und Günther Winkelmann. Für ihr 40-jähriges Engagement ehrt der Vorstand zudem Lothar Freudenberger, Klothilde Rohmfeld, Karolina Rümler, Karin Wittenzellner-Zollhöfer und Bernd Wüstner.

Abschließend werden auch etliche Mitglieder für ihr 25-jähriges Engagement ausgezeichnet: Marco Arold, Franz Erhardt, Stefan Gulden, Jens Herbolzheimer, Sibylle Hönisch, Erika Kim, Elisabeth Lang, Karin Markl, Edeltraud Mayer, Philip Motz, Petra Neußinger, Ulrike Nungesser, Manuela Peter, Wolfgang Richter, Renate Stumpf und Gerd-Friedrich Witthus.

Der letzte Programmpunkt betrifft die Neuwahlen. Doch dahinter wird sehr schnell ein grüner Haken gesetzt, denn die komplette Mannschaft stellt sich für zwei weitere Jahre zur Wiederwahl. Vorsitzender Michael Persang, Stellvertreterin Norna Seeberger, Schatzmeister Bernd Wüstner, Schriftführerin Gisela Böck, Jugendleiter Barbara Kuno und Technischer Leiter Erwin Piniek werden allesamt einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Alle ehrenamtlich. Beim ASV Niederndorf herrscht somit auch in Zukunft der Idealfall.

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