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Mittwoch, 23.10.2019

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Beim Landfrauentag "im Dialog bleiben"

Regionalbischöfin Gisela Bornowski sprach in Großenseebach - 20.02.2019 06:57 Uhr

Konzentriert verfolgten die Landfrauen den Vortrag von Regionalbischöfin Gisela Bornowski. © Foto: Eduard Weigert


"Der Dialog mit den Landwirten liegt mir sehr am Herzen", sagt Gisela Bornowski. Die 57-jährige Kirchenfrau, Mutter dreier Kinder, ist auf dem Dorf aufgewachsen – und Mitglied im Bayerischen Bauernverband. Dafür erntet sie spontan Beifall im Saal. Fast eine Stunde lang spricht die Regionalbischöfin vor rund 250 Frauen und ein paar Männern. "Ist durch Handy, Facebook, WhatsApp und Twitter die Kommunikation einfacher geworden?", fragt sie und sagt, trotz neuer Medien sei es nicht immer leicht, im Dialog zu bleiben. Dann nennt sie ein Beispiel aus der evangelischen Kirche. Dort habe man lange gerungen, ob homosexuelle Paare sich trauen lassen dürfen oder nicht. Nun habe man einen Kompromiss gefunden: Keine Trauung, aber eine öffentliche Segnung im Gottesdienst sei möglich. Das sei eine "Sternstunde des Dialogs" gewesen, findet die Regionalbischöfin. Das Thema, man merkt es an den Mienen im Saal, betrifft die Landfrauen gerade nicht so sehr.

Lebhafter wird es, als Bornowski das Volksbegehren "Rettet die Bienen" anspricht, ein Beispiel dafür, wie verschiedene Sichten aufeinanderprallen, obwohl die Bewahrung der Schöpfung und der Artenvielfalt doch allen und natürlich auch den Landwirten am Herzen liege. Über den Weg zum Ziel könne man diskutieren, "doch die Bauern allein dürfen nicht die Zeche zahlen". Auch über solch schwierige Fragen müsse man einen ehrlichen Dialog führen, fordert sie.

"Sei eine Brückenbauerin, wage den ersten Schritt, reiche die Hand und öffne dein Herz", rät sie den Frauen. Dann gibt die Kirchenfrau fünf Tipps für einen gelingenden Dialog, auch wenn es einmal schwierig wird: Aktives Zuhören, sich auf das konkrete Thema konzentrieren und "der Ton macht die Musik" gehören hier dazu.

Sinnvoll sei es auch, den Ball flach zu halten und deeskalierend zu wirken. "Manchmal hilft es, eine Pause einzulegen oder einmal eine Nacht drüber zu schlafen." Und schließlich solle man "Gemeinsamkeiten aufspüren", das sei die Basis, die einen guten Dialog ermögliche. Am Ende gesteht Gisela Bornowski, dass "im Dialog bleiben" eine anspruchsvolle Aufgabe sei. Für ihren Vortrag erhält sie warmen Beifall, Dankesworte von Kreisbäuerin Evi Derrer und einen Korb mit regionalen Produkten. Den Nachmittag umrahmt der Landfrauenchor Erlangen-Höchstadt musikalisch.

Maria Däumler NN-Springerredaktion E-Mail

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