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Mittwoch, 01.04.2020

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Corona: Das Kreiskrankenhaus ist vorbereitet

Aufgrund der Krise wird die Zahl der Beatmungsplätze auf zehn erhöht. In der Spitalkirche sollen mög - 26.03.2020 16:07 Uhr

Die Spitalkirche, die mit dem Höchstadter Krankenhaus verbunden ist, ist zur (allerdings derzeit noch geschlossenen) Corona-Teststation umgerüstet worden. © Foto: Katrin Bayer


Wie das Krankenhaus und das Landratsamt auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilen, habe man schon am 13. März ein aus Ärzten, Pflegepersonal und kaufmännischer Leitung bestehendes Kompetenzteam etabliert, das täglich tage und aufgrund der jeweils aktuellen Lage Entscheidungen treffe. Daraus folgt, dass das Kreiskrankenhaus sein Versorgungsspektrum ausweitet: So steigt zum Beispiel die Zahl der Beatmungsplätze erneut. Voraussichtlich noch in dieser Woche stehen zehn Plätze zur Verfügung – sechs Plätze mit konventioneller Beatmung und vier Plätze mit sogenannter nicht invasiver Beatmung. Letztere basiert nicht auf einer Intubation, vielmehr werden die Patienten hier mit einer Atemmaske unterstützt.

Geplante Maßnahmen sind im Kreiskrankenhaus derzeit auf null zurückgefahren. "Soweit dies möglich ist", stelle man – um die Beschäftigten für den Ernstfall zu schonen – aktuell Personal frei. Aufgrund des Schichtsystems im Krankenhaus, das eine 24-stündige Notfallversorgung bieten müsse, sei dies aber nur begrenzt möglich.

Während man in überregionalen Medien immer wieder von Problemen wegen fehlender Schutzkleidung hört, ist dies in Höchstadt gerade kein Thema: "Das Kreiskrankenhaus St. Anna ist derzeit ausreichend mit Schutzausrüstung ausgestattet", heißt es dazu.

Wie man die Schutzkleidung korrekt an- und auszieht, lernt das Personal von Hygienefachkräften. Auch sonst wird alles dafür getan, dass sich Erreger nicht verteilen: "Ein grundlegender Bestandteil unserer Präventionsmaßnahmen sind die verschiedenen Maßnahmen der Basishygiene, deren konsequente Einhaltung signifikant zur Vermeidung von Erregerübertragungen und somit zur Senkung der Rate von Infektionen führt", teilt das Krankenhaus mit.

Sehr schwere Covid 19-Fälle würden auf der Intensivstation behandelt, wo sie auch beatmet werden können, aber auch auf den Normalstationen sei es möglich, Patienten zu isolieren. Dies sei im Übrigen auch Standard, wenn die Grippesaison ihren Höhepunkt erreiche.

Eine Rolle in der Betreuung von Corona-Infizierten wird auch die Spitalkirche spielen: Die Stadt und die katholische Kirchengemeinde haben dem Krankenhaus die Kirche vorübergehend für medizinische Zwecke zur Verfügung gestellt, um hier Testungen vornehmen zu können. "Im Einzelfall wurden bereits aus der Kirche heraus sogenannte ,Drive-in Abstriche’ durchgeführt", so das Krankenhaus. Derzeit sei die Teststation jedoch geschlossen, weil diesbezüglich noch Gespräche mit dem Gesundheitsamt und der kassenärztlichen Vereinigung laufen.

Und wie werden die zusätzlichen Aufwendungen, die durch die Corona-Krise entstehen, finanziert? Die Leitung des Kreiskrankenhauses nennt es "grundsätzlich gut und wichtig", dass die Bundesregierung einen Schutzschirm für Krankenhäuser aufgespannt habe. Allerdings werde sich erst in der Praxis zeigen, ob dessen Regelungen auch umsetzungs- und nachweisfähig seien.

Die Herausforderung für die Kliniken derzeit: Seit dem 16. März sind planbare Leistungen, mit denen man ja Einnahmen erzielt hätte, eingestellt. Darüber hinaus erhöhen aber die Aufrüstung der Intensivplätze und die Anschaffung von Schutzausrüstung die Ausgaben des Krankenhauses. "Dies stellt das Kreiskrankenhaus insbesondere für die Organisation der Gehaltszahlung vor eine große Herausforderung", heißt es aus St. Anna.


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kby

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