Freitag, 26.04.2019

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„Der Schrei geht mir nicht aus dem Kopf“

In Oberreichenbach geriet Hündin Lissy in eine illegale Falle und litt schlimme Schmerzen - 13.08.2012 16:41 Uhr

Die rechte Vorderpfote von „Lissy“ ist dick verbunden, doch zum Glück kann sie noch laufen. Mit Herrchen Roland Römer war die Labrador-Hündin auch vor rund einer Woche unterwegs, als die Falle im Maisfeld zuschnappte. © Günter Distler


Roland Römer rennt sofort zu der Stelle.

Nur ein paar Meter im Maisfeld schockiert ihn das, was er sieht. Lissy steckt mit der rechten Vorderpfote in einer Falle. Die Hündin ist wild vor Schmerz und hat sich bereits einige Zähne abgebrochen, weil sie versucht, sich loszubeißen.

Roland Römer versucht verzweifelt die Metallbügel auseinanderzuziehen, in denen die Pfote eingequetscht ist. Er schafft es nicht. Also muss er mehrere Hundert Meter nach Hause rennen und Lissy alleine zurücklassen. Mit Werkzeug eilt er zurück, jetzt gelingt es ihm, Lissy zu befreien. In der Tierklinik in Neustadt/Aisch muss eine Kralle amputiert werden, weitere Krallen sind schwer gequetscht.

„Der Schrei geht mir nicht mehr aus dem Kopf“, erzählte gestern Roland Römer immer noch aufgewühlt, obwohl der Spaziergang bereits über eine Woche zurückliegt. Wer legt solche Fallen aus? „Es muss jemand sein, der Hunde nicht mag“, ist sich Römer sicher. Der Oberreichenbacher ist aber auch wegen etwas anderem besorgt: „Was ist, wenn Kinder durch das Maisfeld gegangen wären?“

Labrador Lissy hat wohl noch Glück gehabt, weil sie offenbar schnell gerannt ist. So geriet „nur“ eine Pfote in die Falle. In unmittelbarer Nähe lag ein Rehmagen, hätte Lissy hier zugebissen, es hätte auch ihren Kopf erwischen können.

Es ist in Oberreichenbach nicht der erste Fall von gefährlichen Attacken durch Fallen oder Köder. Im vergangenen Winter war eine Frau mit ihren Fingern in eine solche Falle geraten. Sie musste sich mit der Falle zu einem Bauernhof retten. Zum Glück hatte sie Handschuhe an. Auch von Gift



in ausgelegten Ködern weiß Roland Römer. Vor einigen Jahren starben mehrere Hunde deswegen. Auch Köder mit Widerhaken sind bereits bekannt geworden.

Die Polizei hat im aktuellen Fall die Ermittlungen aufgenommen, will sich momentan aber nicht zum Stand äußern. Roland Römer bittet die Bevölkerung um Mithilfe. So richtig aus dem Kopf wird ihm der Schrei seines Hundes wohl erst gehen, wenn der Fallensteller der Polizei in die Falle gegangen ist. 

MATTHIAS KRONAU

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