Ein Konzert mit Pfiff

30.5.2017, 05:54 Uhr
Mit einem Highlight der besonderen Art endete der diesjährige „Münchauracher Klosterfrühling“. Gleich drei Hochkaräter – Gerald Fink (im Hintergrund), Thomas Fink und der Kunstpfeifer Hans Martin Werner (vorne auf dem Foto) – lockten die Zuhörer bei sommerlichen Temperaturen in Scharen in die kühle Klosterkirche.

Mit einem Highlight der besonderen Art endete der diesjährige „Münchauracher Klosterfrühling“. Gleich drei Hochkaräter – Gerald Fink (im Hintergrund), Thomas Fink und der Kunstpfeifer Hans Martin Werner (vorne auf dem Foto) – lockten die Zuhörer bei sommerlichen Temperaturen in Scharen in die kühle Klosterkirche. © Foto: Margot Jansen

Nicht weiter erstaunlich, war doch eine Welturaufführung des legendären Jazzvirtuosen Thomas Fink angekündigt. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Aurachtal hatte den Kompositionsauftrag für "Spring Flowers" erteilt und der Verein Kultur Erlangen-Höchstadt, sowie der Rotary Club Herzogenaurach hatten die Kirchengemeinde dabei unterstützt.

Thomas Fink gestand, dass er doch etwas nervös sei, denn die Komposition einer Jazzsuite für Flügel und virtuoses Pfeifen sei auch für ihn Neuland. Zudem habe die Komposition nicht unbedingt etwas mit Blumen zu tun, eher mit seiner Naturverbundenheit, und einige Akkorde seien auch nicht so ganz stimmig.

Langer Atem

Das Publikum hörte das wohl etwas anders und genoss die Jazzsuite in drei Sätzen. Zu Beginn der kräftige Anschlag von Fink am Flügel, dann setzte das "Vogelgezwitscher" von Werner ein, der mit langem Atem die Töne durch die Lippen fließen ließ. Das virtuose Pfeifen ist eine Kunstform, die nur wenige Spezialisten beherrschen und die man auch nicht wirklich lernen kann, sondern die angeboren ist. Dazu gehört neben der Technik des Pfeifens ein geschultes Gehör, das insbesondere bei schrägen jazzigen Stücken wie bei "Spring Flowers" gefordert wird.

Welche Bandbreite das Kunstpfeifen hat, konnte Werner bei klassischen Stücken, etwa von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder John Baston unter Beweis stellen. Begleitet von Gerald Fink an der Orgel, brillierte er mit Trillern und Koloraturen in allen Modulationen bei Mozarts Andante KV 315 und beeindruckte musikalisch bei John Rutters Prelude mit schwindelerregenden Höhen.

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