Ein See-Side für Höchstadt: Frösche quaken neben Reihenhäusern

21.10.2020, 16:25 Uhr
Auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände des schon seit vielen Jahren leerstehenden Edeka-Supermarktes am Greiendorfer Weg in Höchstadt möchte ein Investor 32 Reihenhäuser bauen.

Auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände des schon seit vielen Jahren leerstehenden Edeka-Supermarktes am Greiendorfer Weg in Höchstadt möchte ein Investor 32 Reihenhäuser bauen. © Foto: Ulrich Schuster

"Begrenzt durch den Wiesengrund entstehen hier in Kürze schlüsselfertige Massivhäuser mit idealen Bedingungen für junge Familien", wirbt die Firma HBP Wohnbau auf ihrer Webseite.  In Anlehnung an das Neubaugebiet bei Adelsdorf wurden die Pläne schon als "SeeSide Höchstadts" bezeichnet. Im Stadtrat sahen mehrere Lokalpolitiker die Planungen als zu dicht an.

Der Ferienausschuss der Stadt hat aber bereits einen Bebauungsplan aufgestellt und die Planung gebilligt. Mehrere kritische Punkte sind jetzt bei der öffentlichen Auslegung aufgetaucht. Die Regierung von Mittelfranken vermisst einen plausiblen Bedarfsnachweis, dass die Bauplätze tatsächlich benötigt werden. Dem hält die Verwaltung entgegen, dass auf einer Liste mit Baubewerbern 480 konkrete Anfragen verzeichnet seien.

Lärm in der Nacht

Weitere Kritik kommt von den Fröschen und Karpfen. Um genauer zu sein vom Institut für Fischerei. Das liegt nämlich in direkter Nachbarschaft und hat dort mehrere Versuchsteiche angelegt. Hier quaken nicht nur Amphibien, hier laufen auch Belüftungsanlagen, die Lärm verursachen. Sie werden besonders in der Nacht benötigt, weil da das größte Sauerstoffdefizit in den Teichen herrscht. Durch den Klimawandel werde der Bedarf noch zunehmen, heißt es in der Stellungnahme.

Ärger scheint programmiert, zumal es bei einer ähnlichen Versuchsanlage des Instituts für Fischerei Starnberg jahrelange Probleme gab mit einer Nachbarin. Auch in Boxbrunn und Trabelsdorf gebe es ähnliche Auseinandersetzungen.

Deshalb hat der Investor jetzt nachgebessert. Es ist eine Lärmschutzwand entlang der Grundstücksgrenze geplant mit einer Höhe von drei Metern. Sensible Schlafräume werden an abgewandten Hausseiten geplant. Außerdem verpflichten sich die späteren Eigentümer der Häuser, die Belästigungen zu dulden, die durch die benachbarten Versuchsteiche entstehen könnten.

Mit diesen und weiteren Auflagen hat der Stadtrat mit einer Mehrheit von 15:8 Stimmen entschieden, den Bebauungsplan als Satzung zu beschließen.

Wohnungen zum kleinen Preis

Auch der Bebauungsplan Kieferndorfer Weg war Thema in der Sitzung. Wie berichtet, plant ein Investor auf einem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem AischPark-Center 66 Wohnungen, eine Tagespflege und ein Apartment-Hotel mit etwa 30 Zimmern. Kostenpunkt: rund 20 Millionen Euro.

Der Bebauungsplan hat nun ausgelegen und wurde optimiert. Nach der Stadtratsentscheidung kann er nun erneut ausgelegt werden. Der Investor hatte seine Pläne bereits vergangenes Jahr im Gremium vorgestellt und viel Lob geerntet, weil er bezahlbaren Wohnraum schafft.

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