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Elektronik-Ekstase beim Open-Beatz-Festival

Sonne und Top-DJs heizten Publikum ein - 28.07.2014 16:28 Uhr

Gute Stimmung bei Open Beatz © Mark Johnston


Bereits seit mehreren Monaten wurde für das Festival geworben. Gäste aus den verschiedensten Ecken Deutschlands lockte dies in den Herzogenauracher Ortsteil Poppenhof. Bei den Frühankömmlingen am Freitag waren natürlich die Schattenplätze äußerst beliebt, da zum einen strahlender Sonnenschein anstand, zum andern alle, die kein Wohnwagenticket besaßen, ihr Auto außerhalb des Geländes abstellen mussten.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hatte sich einiges getan. Nach der einigermaßen ernüchternden Bilanz der vorangegangenen Anläufe wechselte der Veranstalter. Die neuen Ausrichter konnten gleich internationale Top-Acts verpflichten. So reisten neben festen Größen der House-Szene wie Sander van Doorn („Right here right now“) oder Showtek („cannonball“) auch echte Chartstürmer, zum Beispiel Klingande, die mit ihrem Hit „Jubel“ nahezu täglich im Radio laufen, in den Herzogenauracher Raum.

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Musik und nackte Haut beim Open Beatz-Festival

Bereits zum fünften Mal trafen sich im Juli 2014 Elektro-Jünger beim Open Beatz-Festival am Poppenhofer Weiher bei Herzogenaurach. Und das heißt Party, Musik, Bier und Spaß bis zum Abwinken.


Doch auch lokale Talente durften auf einer der zwei Bühnen ihr Können unter Beweis stellen. Nahezu jedes Genre der elektronischen Musik wurde abgedeckt und den knapp 6000 Besuchern ausreichend Abwechslung geboten.

Natürlich wurde mit etlichen Essens- und Getränkeständen auch ans leibliche Wohl der Gäste gedacht. Außerdem befanden sich in diesem Jahr, anders als im Jahr zuvor, Duschen auf dem Gelände, um den Festivalgästen eine Erfrischung zu gewähren.

Doch nicht alle Neuerungen waren positiv, wie die Besucher schnell merkten: Bei Anreise an den Zeltplatz waren 10 Euro Müllgebühr zu zahlen, ein Duschgang kostete 4 Euro und legte man bei einem WC-Gang Wert auf Waschbecken und Spiegel, war ein Euro fällig.

Die Duschen waren ohnehin knapp bemessen, denn mit sechs Kabinen für den gesamten Zeltplatz bildeten sich teilweise Schlangen mit Wartezeiten von bis zu 90 Minuten. Zudem war auf dem Campingplatz striktes PKW-Verbot. Zelt, Kleidung und Verpflegung mussten also ab dem Parkplatz getragen werden, es sei denn, man war im Besitz eines Wohnwagentickets, für welches noch einmal gute 5 Euro mehr hingelegt werden mussten.

Bei einigen Gästen sorgte diese anscheinende Kommerzialisierung für Unverständnis, der Feierlaune tat dies aber keinen Abbruch. Zur Not würde man eben ein Wochenende auf das Duschen verzichten und als Toilette würden die Dixie-Klos ebenso reichen, so die Meinung vieler Besucher. Mit Einbußen in Hygiene und Komfort habe man bereits gerechnet, dies sei ohnehin einer der Aspekte, die den Charme eines Festivals ausmachen.

Wie gewohnt betraten die Highlight-DJs, die sogenannten Headliner, der jeweiligen Tage erst gegen Abend das Mischpult. So durften die Besucher am Freitagabend zu Bässen von Ummet Ozcan, Sander van Doorn oder Showtek tanzen. Alle drei legten vor Tagen auf dem Tomorrowland-Festival in Belgien vor 200 000 Ravern auf und fanden sich nun im beschaulichen Poppenhof wieder.

Doch auch im Frankenland versteht man es zu feiern, wie die DJs schnell feststellen sollten. Um 2 Uhr endete der offizielle Teil des Festivals, und wem dies nicht reichte, der setzte seine Tour auf dem Campingplatz bis in die Morgenstunden fort.

Im weiteren Verlauf des Samstags durften dann die Künstler Klingande, Thomas Gold oder R3hab begrüßt und gefeiert werden. Auch diese sorgten nicht zuletzt aufgrund der Laser- und Pyroshows bei den Gästen für Ekstase und beendeten das Musikprogramm erst in den frühen Morgenstunden.

Auch am Sonntag war die „Mainstage“ ab 10.30 Uhr noch einmal geöffnet, die meisten Besucher zogen es jedoch vor, auszuschlafen und sich um die Abreise zu kümmern. Um 15 Uhr endete das offizielle Programm.

Süddeutschlands einziges, elektronisches Dreitage-Festival kam also durchwegs gut an. Auf die Frage, wieso man das Open Beatz vorzog, hatten die Gäste meist die gleiche Antwort parat: Eine ordentliche Portion elektronischer Musik produziert von internationalen Top-DJs und all dies in beschaulicher Atmosphäre – dies sei eine Kombination, die man nicht so leicht woanders fände.

  

BENEDIKT HOFMANN

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