30°

Dienstag, 11.08.2020

|

zum Thema

Evangelischer Gegenschlag: Kommt der Luther-Kürbis?

Pfarrer aus Herzogenaurach fordert mehr Kreativität und Toleranz - 31.10.2018 12:00 Uhr

Ein mit einer Kerze beleuchteter Kürbis.

© Uli Deck/dpa


Die Wellen schlagen regelmäßig hoch: Evangelische Gläubige klagen jährlich darüber, dass mit Halloween eine Klamauk- und Kommerz-Veranstaltung ausgerechnet an einem ihrer wichtigsten Feiertage stattfindet. Der Herzogenauracher Pfarrer Oliver Schürrle sieht das nicht ganz so schlimm: "Ich empfinde Halloween nicht als Konkurrenz, das sind einfach unterschiedliche Zielgruppen", sagt er.

Bloß kein erhobener Zeigefinger gegen Halloween

Zwar sollte man nicht den "Klamauk-Charakter" des Grusel-Events übernehmen, die Kirchen könnten sich aber durchaus etwas abschauen, findet er. "Warum sollten wir nicht auch einmal mit Luther-Kürbissen und Luther-Bonbons zu den Menschen gehen?" Mit dem erhobenen Zeigefinger könne man kaum jemanden überzeugen, sagt der Geistliche. Er setzt auf eine andere Lösung: "Wir müssen den Glauben und Martin Luther wieder auf eine lockere Art und Weise ins Gespräch bringen." Vorbild sind für ihn seine Fürther Kollegen. Dort veranstaltete die Gemeinde im vergangenen Jahr eine "Luther-Party".

Bilderstrecke zum Thema

Fiese Fratzen: Das sind die schönsten Kürbisse unserer User in Erlangen-Höchstadt

Wir haben nach euren selbstgeschnitzten Kürbissen gefragt und tolle Bilder bekommen. Die schaurig-schönen Werke findet ihr hier in unserer Bildergalerie! Happy Halloween!


Auch für die Gläubigen, die damit nichts anfangen können, hat er einen Trost: "Ich glaube, Halloween hat seine großen Höhen schon gehabt. Aber die Werbung und die Partys, die ab und zu zu Halloween stattfinden, haben natürlich für einen gewissen Hype gesorgt."


Hexen und Untote: Wie Halloween nach Franken kam


Kreativen Umgang wünscht sich Schürrle aber nicht nur beim Reformationstag, über den Halloween seinen Schatten wirft, sondern auch bei religiösen Feiertagen, die von der Kommerzialisierung übernommen wurden – wie etwa Weihnachten und Ostern. Schürrle rät, diese Aufmerksamkeit zu nutzen – und sich ihr nicht zu versperren. "Wir dürfen uns als Kirchen nicht beschweren", sagt er. "Ich sehe das als Brücke zu den Leuten. Wir können schließlich immer noch von Engeln erzählen und nicht von Weihnachtsmännern."

Bilderstrecke zum Thema

Redaktionstipps: Die besten Gruselfilme und -Serien an Halloween

Anlässlich von Halloween haben wir tief in der Horrorkiste gekramt und die gruseligsten Filme herausgesucht. Neben Klassikern finden sich unter unseren Highlights auch einige neuere Erscheinungen.


Kilian Trabert Volontär der Nürnberger Nachrichten E-Mail

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Herzogenaurach