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Handelskonzern sucht in Röttenbach weiter nach Lösungen

Gemeinderat: Mit Einzug des Online-Handels soll sich Verkehr bei Norma entzerren. - 19.04.2021 12:00 Uhr

Ein Dauerthema in Röttenbach: Der nächtliche Lärm um die Lagevorgänge beim Auslieferungslager von Norma. Im Gemeinderat wurde nun die Perspektive des Online-Handels erläutert.

18.04.2021 © Foto: Nikolaus Spörlein


Nicht nur wegen des Lärmschutzes wird sich bald einiges ändern am Röttenbacher Standort. Wie berichtet will Norma das Zentrallager, über das mehr als 150 Filialen versorgt werden, zumachen und dort stattdessen das Verteilzentrum für den Online-Handel "Norma24" einrichten.

Neben einen Antrag auf Nutzungsänderung plant das seit 1984 ansässige Unternehmen an der Südseite neue Ladeboxen. Dorthin sollen künftig die abendlichen Be- und Entladevorgänge verlagert werden.

Vorkehrungen wie geräuschdämmende Gummimatten und Gummibeläge an Fahrzeugen und Laderampen sollen dazu beitragen, dass es leiser zugeht.

"Geräuschherde"

Darüber unterrichtete Norma-Mann Marcus Saalfrank den Röttenbacher Gemeinderat in der Lohmühlhalle. Durch die Verlagerung in den Süden, wo die Firma weitere Flächen dazugekauft hat, rücken die "Geräuschherde" weiter weg von den Wohngebieten längs der Dechsendorfer Straße.

Dann, so erwarten es Saalfrank und Röttenbachs Bürgermeister Ludwig Wahl, werden die Lärmgrenzwerte problemlos eingehalten. Auch beim Verkehrsaufkommen will Norma auf die Anwohner zugehen. Bis jetzt läuft der gesamte Fahrzeugverkehr über die Einfahrt am Lohmühlweg.

Den Verkehr wegbringen

"Wir wollen möglichst viel Verkehr vom Lohmühlweg wegbringen", kündigte der Norma-Vertreter an. Das soll durch eine neue Zufahrt erfolgen, die von der Staatsstraße 2259 direkt an die südliche, dem Dorf abgewandte Seite des Hallenkomplexes führt.

Auch das, so Saalfrank, brächte für die Wohngebiete im Osten eine Erleichterung mit sich, denn die Transporter blieben weiter weg. Allerdings hat die Sache mit der neuen Zufahrt einen Haken: "24 Stunden wird uns das staatliche Bauamt nicht genehmigten", ließ Saalfrank wissen. Die Behörde fürchtet nämlich, dass es in den Hauptverkehrszeiten zu Rückstaus in Richtung Dechsendorf kommen könnte.

Tagsüber, Uhrzeiten nannte der Norma-Mann nicht, wird die Einfahrt voraussichtlich per Schranke und/oder Ampel gesperrt. Ebenso wenig lassen es die staatlichen Verkehrsplaner zu, dass ein- oder ausfahrende Fahrzeuge die Straße queren. Das heißt für die Fahrzeuglenker, dass sie, um nach Dechsendorf zu gelangen, erst eine Runde auf dem Kreisel drehen müssen.

Online-Handel

Dennoch ist Saalfrank zuversichtlich, dass sich die Situation für die Anwohner Schritt für Schritt bessert. Mit Einzug des Online-Handels werde sich auch das Verkehrsaufkommen entzerren, ist er sich sicher.

Zudem wolle man es nicht mehr zulassen, dass Fahrzeuge nachts einfahren und Motoren und Klimaanlagen laufen lassen.

Allerdings drohe dann, dass sich das Geschehen ins Dorf oder die Umgebung verlagert, so die Befürchtung am Ratstisch.

Zahlen über den zu erwartenden Verkehr wollte sich Marcus Saalfrank nicht entlocken lassen. "Das kann ich jetzt nicht sagen", erklärte er auf Nachfragen hin. Auch zu dem Zeitpunkt der Schließung des Norma- Zentrallagers machte er keine Angaben. Aber die Firmenleitung arbeite mit Hochdruck am neuen Zentrallager in Gerolzhofen, dem neuen Norma-Standort.

Spätestens Ende 2022, so deutete der Firmenvertreter an, müsste der Übergang vollzogen sein. Außerdem kündigte er an, dass man möglichst allen der 200 Beschäftigten auch unter dem Dach von "Norma24" eine Beschäftigung anbieten wolle.

Beim gegenwärtigen Trend zum Lieferservice könnten sogar mehr Arbeitsplätze entstehen, stellte Marcus Saalfrank in Aussicht.

khp

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