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Hemhofen: Was wird aus dem Marktweiher?

Online-Petition wehrt sich gegen teilweise Aufschüttung, beschlossen ist aber ohnehin noch nichts - 30.03.2020 06:00 Uhr

Derzeit ist der Marktweiher gut gefüllt, doch in den vergangenen Jahren fehlte oft Wasser. Aus dieser Tatsache resultiert der Plan einer teilweisen Aufschüttung. © Foto: Katrin Bayer


Initiiert haben die Petition Mario Baier und seine Freundin Birgit Wolf. Baier erzählt, er sei 2013 als Zusteller der Deutschen Post nach Hemhofen gekommen und habe den Ort liebgewonnen. Hier habe er auch seine jetzige Freundin kennengelernt und mit dieser mittlerweile ein Haus gekauft. Dass aber in der Gemeinde immer mal wieder darüber gesprochen wird, dass der gegenüber dem Spielplatz Baiersdorfer Straße liegende Marktweiher teilweise zugeschüttet werden könnte, ärgert ihn – und auch viele andere in Hemhofen, wie er versichert.

Baier führt für seine Ablehnung ganz unterschiedliche Gründe an. "Das Ortsbild wird verschandelt", moniert er. "Außerdem kann es doch nicht sein, dass Natur so mutwillig zerstört wird und das nur, um hier an drei oder vier Tagen im Jahr Kirchweih feiern zu können." Auf dem Marktweiher würden doch zum Beispiel Schwäne leben.

Teuer und gefährlich

Auch die Kosten der Baumaßnahme, so meint er, stünden "in keinem Verhältnis zum Nutzen". Zudem finde er es gefährlich, direkt neben Weihern – der Marktweiher wird ja nur zum Teil aufgeschüttet – Kirchweih zu feiern. "Da kann ja auch jemand ins Wasser fallen", sagt Baier.

Wenn man Bürgermeister Ludwig Nagel auf die Sache anspricht, relativiert dieser die Aufregung: "Es ist noch nichts beschlossen und es gibt auch noch kein Bauleitplanverfahren", erklärt der Rathauschef. Ob gebaut wird und was entstehen könnte, ist also noch offen – auch wenn es in der Gemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder Überlegungen dazu gab und dabei auch das Wort "Festplatz" fiel. "Mit dem Thema muss sich der Gemeinderat erst noch beschäftigen", sagt Nagel. Und schiebt hinterher: "Die nächsten zwei Jahre werden wir hier gar nichts tun", sagt Nagel. Andere Projekte hätten Priorität, unter anderem der Umbau des Bahnhofplatzes.

Hintergrund, warum das Ganze überhaupt Thema geworden sei, sei die Wassermenge im Marktweiher. Momentan sei dieser zwar gut gefüllt, aber Bilder aus den vergangenen drei Jahren würden eben zeigen, dass oft Wasser fehle. "Deshalb gibt es die Überlegung, die Wasserfläche zu reduzieren."

Diese Idee ist auch nicht neu. Sie fand sich zum Beispiel schon im 2015 vorgelegten Grobkonzept für die Städtebauförderung: "Die neu entstandene Fläche soll als öffentliche Grünfläche mit Parkplätzen genutzt werden", hieß es da. In Verbindung mit dem Spielplatz gleich gegenüber entstehe dadurch "ein großzügiger öffentlicher Grünbereich".

Nagel spricht auch jetzt wieder die Möglichkeiten zur Naherholung an, die sich hier bieten würden. Wie das aussehen könnte? Als Beispiel nennt er auf Nachfrage den Weg, der sich in Röttenbach vom Forchheimer Weg Richtung Kirche durch die Weiherkette zieht.

Parkplätze für den Spielplatz

Darüber hinaus nennt Nagel unter anderem die Parkplatzproblematik an dieser Stelle. Für den Spielplatz stünden zu wenige Stellflächen zur Verfügung. Mit diesem Thema beschäftigte sich vor einigen Wochen auch erst der Bauausschuss (Anmerkung der Redaktion).

Mario Baier weiß ebenfalls, dass es noch kein Bauleitplanverfahren zum Marktweiher gibt. "Dann wäre es für die Gründung einer Bürgerinitiative auch zu spät", sagt er. Genau deshalb hat er bereits die Online-Petition ins Leben gerufen und auch ganz klassisch Unterschriften gesammelt. Denn auch wenn es in der momentanen Lage Wichtigeres gäbe als die Überlegungen zum Weiher: "Gerade angesichts von Corona sollte es uns ein Denkanstoß sein, dass wir die Natur eben nicht kaputt machen dürfen."

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