Herzogenaurach: Gut aufgestelltes Stadtmarketing

7.5.2021, 11:56 Uhr
Das „hin & herzo“-Festival – hier eine nächtliche Impression aus der bis dato letzten Ausgabe 2019 – soll in diesem Jahr wieder stattfinden. Ein Teilaspekt im großen Themenfeld „Stadtmarketing“, das Judith Jochmann und ihr Team beackern.

Das „hin & herzo“-Festival – hier eine nächtliche Impression aus der bis dato letzten Ausgabe 2019 – soll in diesem Jahr wieder stattfinden. Ein Teilaspekt im großen Themenfeld „Stadtmarketing“, das Judith Jochmann und ihr Team beackern. © Hans von Draminski

Dazu wird über die Zukunft nachgedacht, wird an Konzepten für die kommenden Jahrzehnte gehirnt. Kein Wunder, dass Judith Jochmann für ihren Rundumschlag beinahe zwei Stunden braucht. Dafür gibt es von den Mitgliedern des städtischen Haupt- und Finanzausschusses am Ende kräftigen Applaus. Und das Fazit von Bürgermeister German Hacker: "Wir sind für eine kleine Stadt sehr gut aufgestellt."

Corona hat Statistik verhagelt

An der aktuell wenig ermutigenden Realität kommt freilich auch Herzogenaurach nicht vorbei: Die Pandemie hat die Region weiter im Griff. Als direkte Corona-Folge, den Lockdown-Verordnungen geschuldet, haben die Übernachtungszahlen, die von 2005 bis 2019 kontinuierlich gestiegen waren, einen harten Einbruch erlebt. Verzeichnete die Stadt 2019 ein moderates Übernachtungsplus von sechs Prozent, schlägt für 2020 ein dickes Minus von 34,5 Prozent zu Buche. Die Zahl der Gästeankünfte ist im ersten Corona-Jahr sogar um 45 Prozent zurückgegangen. "Da spielt auch die Absage diverser Messen eine Rolle", weiß Judith Jochmann. Was über Jahre hinweg aufgebaut wurde, habe Corona binnen kürzester Zeit zunichtegemacht.

Vom Service zur Pflicht

Manches, das vor der Krise als Marketing-Instrument erdacht wurde, gewann zudem in der Krise eine andere Bedeutung, etwa die im Rahmen des "herzoShopping" geschaffene Möglichkeit der digitalen Vorbestellung in diversen Geschäften: Als "Click & Collect" mutierte diese Option vom besonderen Service zur Pflicht in Hochinzidenz-Phasen.

Funktionierende Baustellen-Kommunikation

In Herzogenaurach gibt es auch eine gut funktionierende Baustellenkommunikation, durch welche die Attraktivität des Standorts gesteigert werden soll.

In Herzogenaurach gibt es auch eine gut funktionierende Baustellenkommunikation, durch welche die Attraktivität des Standorts gesteigert werden soll. © NN-Archiv

Zu einem erfolgreichen Standort-Marketing gehört in Herzogenaurach auch eine funktionierende Baustellen-Kommunikation. So hängen am Bauzaun der Rathausbaustelle Informationstafeln zur Geschichte von Schloss und Rathaus; ähnliches fand beziehungsweise findet sich an der Aurachpromenade, bei Kindertagesstätten und Sanierungsobjekten.

Publikationen gelobt

Besonderes Lob und Beifall gab es für die Publikationen, die Jochmann und ihr Team regelmäßig zu verschiedenen Themen herausgeben. Da gibt es beispielsweise eine Orientierungshilfe für Neubürger, von der auch Touristen profitieren, die Herzogenaurach erstmals besuchen.

Schub von EM erhofft

Einen besonderen Schub erwartet man sich von der Europameisterschaft im Sommer: Immerhin wohnt und trainiert die Nationalmannschaft während des Turniers in Herzogenaurach. Dazu wurde die Kampagne "Herzo heißt willkommen" erdacht, die sich an Stadtbürger ebenso wendet wie an Fußballfans, Tagestouristen, Vertreter von Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft, Vereine und nicht zuletzt an die internationalen Medien, welche die "Euro 2020NE" begleiten.

Ganzheitliche Ansätze

Auffällig ist, dass ganz offensichtlich immer in großen Zusammenhängen gedacht und nach ganzheitlichen Ansätzen gestrebt wird. Daraus resultiert eine Vielzahl von Aktivitäten. Da finden sich clever entworfene (Rad-)Wanderkarten ebenso wie die Stärkung der Marke Herzogenaurach oder – ganz zentral – eine umfassende Wirtschaftsförderung, um Gewerbetreibende zu unterstützen.

Digitalisierung vorantreiben

Gut angenommen wird laut Judith Jochmann das Online-Portal www.herzomarkt.de, gleichwohl sei "noch viel Luft nach oben" und es gelte, den durch Corona sowieso beschleunigten Digitalisierungsprozess weiter voranzutreiben. Bewährt habe sich der "HerzoGutschein": In 24 Monaten seien Gutscheine mit einem Gegenwert von 228 500 Euro über den Tresen gegangen; gerade in der Gastronomie würden die Gutscheine laut Judith Jochmann "gerne eingetauscht" und man hoffe, dass es auch nach dem Ende des Lockdowns wieder so sei.

Vorsichtiger Optimismus

In Sachen Veranstaltungen ist Judith Jochmann vorsichtig optimistisch: Highlights wie das Kulturfestival "hin & herzo" oder den Weihnachtsmarkt soll es schon dieses Jahr wieder geben.

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