Heßdorfer haben eine Gäste-Registrierungs-App entwickelt

18.8.2020, 10:30 Uhr
Mit einer kostenlosen App geht die Gästeregistrierung per QR-Code ganz einfach – und vor allem Datenschutz konform.

Mit einer kostenlosen App geht die Gästeregistrierung per QR-Code ganz einfach – und vor allem Datenschutz konform. © Foto: Christoph Löslein

Die beiden 28-Jährigen sind in Heßdorf aufgewachsen. Die Eltern und ihr jüngerer Bruder wohnen immer noch dort. Wie Christoph Löslein beschreibt, sind die Brüder noch sehr in Herzogenaurach verwurzelt, denn immerhin gingen sie dort einige Jahre zur Realschule. Heute arbeiten und leben sie in Nürnberg. Seit gut zwei Monaten ist die App nun auf den Markt und hat bereits 100 000 Benutzer. "Wir waren etwas überrascht, wie groß die Nachfrage ist", erzählt Christoph. Auch 500 Betriebe nutzten die App bereits, und das deutschlandweit. Die Topstädte seien Berlin, Hamburg und Nürnberg. Doch es seien nicht nur Gastronomen. Es gebe auch schon Anfragen von Museen, Sportvereinen, Messefirmen oder Campingplätzen.

Zum Hintergrund: Seit den ersten Corona-Lockerungen haben Gastronomen und andere Branchen die Pflicht, ihre Gäste zu registrieren. Oft geschieht das in handschriftlichen Gästelisten, bei der nachfolgende Gäste leicht mal die Daten anderer einsehen können. "Das muss nicht sein", dachten sich Christoph und Steffen. Immerhin arbeiten beide hauptberuflich bei der Datev in Nürnberg – und da muss Datensicherheit großgeschrieben werden.

Einfach den QR-Code scannen

Für den Gast geht die Registrierung im Restaurant oder anderswo dank der App schnell: einfach den QR-Code scannen, der direkt auf das elektronische Anmeldefenster des jeweiligen Betriebes führt. Dort können dann die Daten eingegeben werden. Pflichtfelder sind nur Name, Telefonnummer und Tisch. Optional kann noch die Adresse angegeben werden. Der Gast erhält eine Anmeldebestätigung, die er kurz dem Personal vorzeigen sollte. Bei Verlassen des Lokals kann er sich elektronisch wieder abmelden. Die Zeit wird automatisch erfasst. "Und das alles so datensparsam wie möglich", betont Christoph. Daten würden nur dem Betrieb in einem geschützten Bereich zur Verwaltung zugänglich gemacht und nach entsprechender Zeit automatisch wieder gelöscht.

Wie die Corona-Gästelisten teilweise gehandhabt würden, sei nicht datenschutzkonform, meinen die Zwillinge. Deshalb die Idee der elektronischen Erfassung. Zusammen mit ihrem Kollegen Dmitry Gorelenkov entwickelten die Lösleins dann die App. Insgesamt hat das Dreiergespann dafür nur zwei Wochen gebraucht – in ihrer Freizeit. Anfang Juli kam ihre Entwicklung auf den Markt. Und das Feedback sei gut, erzählt Christoph. Es kämen neben Lob aber auch Wünsche an, was die Entwickler an ihrer App noch besser machen könnten.

Aus eigener Tasche

Doch warum kostenlos? Die Gastrobranche habe es während Corona bisher schwer gehabt, sagen die Brüder. Man wolle dies Branche eben unterstützen. "Wir sind hauptberuflich in der IT-Branche tätig und beziehen ein festes Einkommen. Anders als ein Unternehmen sind wir also nicht darauf angewiesen, mit diesem Service Gewinne einfahren zu müssen", schreiben die drei Entwickler auf ihrer Homepage. Zudem hätten sie für die Entwicklung der App keine großen Anschaffungskosten gehabt, berichtet Christoph. Nur der laufende Betrieb koste etwas, zum Beispiel der Unterhalt von Servern. Aber das zahle man gerne aus eigener Tasche. "Die Beträge machen einen nicht arm." Angesichts des Nutzens fände er die Summen "okay".

Sie haben die Gästeregistrierungs-App entwickelt (von links): Christoph Löslein, Dmitry Gorelenkov und Steffen Löslein.

Sie haben die Gästeregistrierungs-App entwickelt (von links): Christoph Löslein, Dmitry Gorelenkov und Steffen Löslein. © Foto: Christoph Löslein

Wer als Betreiber die kostenlose digitale Gästeerfassung nutzen möchte, könne sich kinderleicht registrieren. "Man kann als Gastronom sofort loslegen", sagen Lösleins. Einfach auf der Website Daten zum Betrieb wie Adresse und Ansprechpartner eingeben, und schon geht’s los. Ein QR-Code wird generiert, der Nutzer später zielgerichtet auf die Registrierungs-Seite des eigenen Betriebs leitet. Wer möchte, kann noch eine Speisekarte mit einpflegen. So könne man auf Einwegspeisekarten, die hinterher gleich wieder weggeworfen werden, verzichten, freut sich Christoph Löslein.

Die Gästeliste kann der Betreiber dann online einsehen und verwalten. Sollte tatsächlich ein Corona-Fall auftreten, könnten die Gästedaten aus dem entsprechenden Zeitraum leicht gefiltert werden.

Info: www.corona-anmeldung.de

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