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Höchstadt: 32 Reihenhäuser auf "Super 2000"-Gelände

Stadtrat stimmt Bauvorhaben im Greiendorfer Weg zu. Aber Kritik an zu dichter Bebauung. - 10.07.2019 06:43 Uhr

Auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände des schon seit vielen Jahren leerstehenden Edeka-Supermarktes am Greiendorfer Weg in Höchstadt möchte ein Investor 32 Reihenhäuser bauen. © Foto: Ulrich Schuster


Schon vor Jahren war der Betreiber des Lebensmittelmarktes umgezogen, seither lag auch die gänzlich versiegelte Außenfläche brach. Jetzt ist ein neuer Eigentümer gefunden. Die Firma HBP Wohnbau aus Erlangen möchte das Gebäude des alten Edeka-Lebensmittelmarkts abreißen. Auf einer Fläche von rund 7500 Quadratmetern sollen stattdessen 32 Reihenhäuser entstehen.

Der Stadtrat hat diesem Vorhaben in seiner Sitzung am Montag prinzipiell zugestimmt und angekündigt, den Bebauungsplan entsprechend ändern zu wollen. "Wir sehen die Pläne sehr positiv", sagte Bürgermeister Gerald Brehm. "Nicht nur der Schandfleck verschwindet, auch die Wohnungsnot wird bekämpft und wir verdichten die Bebauung in der Innenstadt." Die Schaffung von Reihenhäusern auf einer Grundstücksgröße von 150 bis 300 Quadratmetern sende "ein grundsätzliches Signal auch an sozial schwächer Gestellte, dass sie sich Wohnen bei uns leisten können." Zielgruppe seien vor allem junge Familien.

"Wasserrechtlich sensibel"

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Alexander Schulz begrüßte "die städtebauliche Verbesserung mit kleinen Wohneinheiten", sieht aber noch mögliche Probleme mit der Kanalauslastung und dem Hochwasserschutz. Gerald Brehm stimmte zu, es handle sich um einen " wasserrechtlich sensiblen Standort". Das wisse der Investor und Detailfragen seien im Laufe des Verfahrens zu klären. Das gelte auch für den Emissionsschutz und verkehrsrechtliche Fragen.

Kritisch beurteilten einige Stadträte die Lage und die enge Bebauung. Martin Oberle (Junge Liste), Leiter des benachbarten Instituts für Karpfenteichwirtschaft am Greiendorfer Weg, verglich die Pläne mit dem Baugebiet "SeeSide" in Adelsdorf. Er wünschte sich mindestens einen Wohnblock weniger, um im  Platz für Außenanlagen  zu schaffen – zum Beispiel als Spielraum für die Kinder. Parteifreundin Irene Häusler pflichtete ihm bei: "Das ist viel, viel zu dicht."

Außerdem gab Oberle zu bedenken, dass die Versuchsteichanlagen des Instituts in direkter Nähe lägen. "Der Karpfen selbst ist zwar stumm", meinte er, "aber wir haben viele Geräte, die wir für Versuche brauchen und die auch nachts laufen." Bei einer ähnlichen Anlage am Starnberger See gebe es immer wieder Probleme mit einer Nachbarin. Oberle, der als einziger gegen die Änderung des Bebauungsplans stimmte, war es deshalb wichtig, den Investor darauf hinzuweisen. Entsprechend wurde der Beschlussvorschlag um einen Passus ergänzt, dass  die Nutzungen der Nachbarn Berücksichtigung finden müssten. Auch eine Ausweisung als Mischgebiet ist noch möglich. Das würde andere Emissionsvorgaben bedeuten als bei einem reinen Wohngebiet. Die Pläne werden den Stadtrat weiter beschäftigen. "Es ging jetzt um das Signal an den Investor", sagte Brehm, "Ja, wir wollen das." 

CLAUDIA FREILINGER

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