Donnerstag, 24.10.2019

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Höchstadt Alligators: Ein Sieg für die Moral gegen Füssen

Der HEC feiert gegen den Aufsteiger seinen ersten Saisonsieg - 04.10.2019 22:53 Uhr

Lange Zeit wollte der Puck nicht ins Füssener Tor fallen – durch zwei Treffer im letzten Drittel gewann der HEC am Ende aber mit 2:1.


Schon in sein zweites Heimspiel der Saison ging der Höchstadter EC mit einer Hypothek. Drei Oberliga-Spiele, drei Niederlagen – bislang tat sich das junge Alligators-Team schwer, in die neue Spielzeit zu finden. Und weil schon die vergangene mit einer Niederlagenserie zu Ende ging, sorgte das im Umfeld für ein wenig Nervosität – obwohl eine mühsame Saison zu erwarten war.

Die Personalsituation war vor dem Aufeinandertreffen mit Aufsteiger EV Füssen auch nicht unbedingt dazu geeignet, die angespannten Nerven zu beruhigen. Verteidiger Maximilian Otte fehlte nach seiner Spieldauerstrafe im Spiel gegen Lindau gesperrt. Goalie Patrick Golombek hat Rückenprobleme, Adam Suchomer hat sich bei einem Check eines Gegenspielers am vergangenen Mittwoch eine Kieferverletzung zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Beide fehlten gegen Füssen also ebenfalls. Ersetzt wurden sie durch zwei weitere Nachwuchs-Spieler: Torwart Jonas Vogt kam kurzfristig mit Förderlizenz vom EHC Nürnberg, Verteidiger Michael Pröbstel mit einer solchen aus Ingolstadt.

Doch auch im vierten Spiel in Folge hatte sich zunächst nichts Grundlegendes geändert: Der HEC fing sich gleich zu Beginn, nach nicht einmal einer Minute, eine unnötige Strafzeit ein (zu viele Spieler auf dem Eis), schien die Unterzahl gerade überstanden zu haben, als ein abgefälschter Schuss vom zu frei gelassenen Füssener Christian Krötz im Höchstadter Toreck einschlug. 0:1 nach drei Minuten, der vierte Rückstand im vierten Spiel. Die Alligators hatten sich die nächste selbst eine Hypothek aufgelegt.

Ohne den nötigen Druck

Im Gegensatz zu den vorhergehenden drei Partien ließen sich die Höchstadter allerdings dieses Mal nicht gleich die Luft in Form eines zweiten Gegentreffers wegnehmen. Sie waren sichtlich darum bemüht, den bislang ungeschlagenen Allgäuer bissig und aggressiv entgegenzutreten, eroberten sich mehrmals den Puck und kamen zu durchaus ordentlichen Chancen, die aber nicht präzise genug verwertet wurden. Erst gegen Ende des ersten Drittels erhöhten die Füssener noch einmal den Druck, der HEC hatte nun Mühe, sich wieder zu befreien.

400. Spiel für Thilo Grau

Die Alligators blieben dran, kamen zu Chancen, Thilo Grau und Nick Dolezal wurden zweimal auf der linken Seite alleine aufs gegnerische Tor geschickt. Grau, der sein 400. Spiel für den HEC bestritt und dafür vor der Partie geehrt wurde, vertändelte den Puck. Bei Dolezal bekam Füssens Goalie Maximilian Meier noch rechtzeitig die Beine zusammen.

Optisch, allein gemessen an den Spielanteilen, waren die Alligators durchaus auf Augenhöhe. Doch sie wirkten unsicher. Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung, unsaubere Annahmen, minimal zu zögerliche Abschlüsse – das alles sorgte dafür, dass Höchstadt bei seinen Bemühungen nicht in einen Fluss kam und nicht den nötigen Druck erzeugte, um auch zu treffen.

Aab lässt das Eisstadion beben

Die Füssener entwickelten dagegen einen konsequenteren Zug zum Tor und kamen dementsprechend auch zu deutlich mehr Abschlüssen, die in der Regel aber der aufmerksame Goalie Nicola Henseleit vereitelte. Immerhin ging der HEC mit noch knapp einer Minute Überzahl in den letzten Durchgang. Und eine halbe Minute später passierte das, worauf die Höchstadter Fans kaum noch zu hoffen gewagt hatten: Vitalij Aab traf zum Ausgleich (40:30) – das Eisstadion bebte zum ersten Mal.

Und nicht zum letzten Mal: Einen Schuss von HEC-Verteidiger Robin Maly konnte Füssens Goalie noch abwehren, doch Patrik Rypar vewertete den Abpraller zum 2:1. Die Alligators lagen zum ersten Mal in dieser Saison in Führung (50:10).

Hitzige Schlussphase

Es blieben allerdings noch zehn Minuten auf der Uhr und die Gäste wollten nicht recht wahrhaben, dass sie diese Partie tatsächlich noch aus der Hand gegeben hatten.

Es wurde eine atemlose, hitzige Schlussphase, in denen Höchstadt kämpfte und Füssen sich fünf Minuten vor Ende durch eine Strafe selbst schwächte. Der EV nahm eine Auszeit, den Torhüter vom Eis – doch es brachte nichts mehr. Die Saison dürfte in den kommenden Wochen nicht weniger schwer für den HEC werden – aber mit dem ersten Sieg fährt es sich schon zum Derby am Sonntag in Selb mit viel leichterem Gepäck.

Höchstadter EC – EV Füssen 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

HEC: Tor: Henseleit (Vogt). Verteidigung: Cejka/Maly, Stütz/Vojcak, Ribarik/Pröbstel, Hartmann/Trautmann. Angriff: Mikesz/Aab/Mlynek, Rypar/Petrak/Neugebauer, F. Seelmann/Dolezal/Grau, P. Seelmann/Jägle/Bokelberg.

Füssen: Tor: M. Meier (Hötzinger). Verteidigung: Stocker/Krötz, Simon/Dropmann, Velebny/Schulz, Echtler/Zelenka. Angriff: Kircher/Besl/Payeur, Vogl/Deubler/T. Meier, Wiedemann/Klein/Keller, Guth/Nadeau/Hofmann.

Tore: 0:1 Tor Krötz/Vorlage Velebny (2:45), 1:1 Aab/Maly/Mikesz (40:30), 2:1 Rypar/Maly (50:10).

Schiedsrichter: Benedikt Lender/Philipp Bösl/Tim Laudenbach. Zuschauer: 613. Strafzeiten:10:6.

ALEXANDER PFAEHLER

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