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Höchstadt: Verwirrung um Corona-Fälle in der Kfz-Zulassungsstelle

Auch in Schule wurden Menschen positiv getestet - Kritik am Gesundheitsamt Erlangen - 04.12.2020 05:54 Uhr

In einer Schule im Landkreis haben auch die Hygienemaßnahmen im Unterricht nichts genutzt, zwei Schulkinder wurden positiv auf das Virus getestet. Eine Quarantäne hat das Gesundheitsamt aber nicht verhängt.

03.12.2020 © Sebastian Gollnow/dpa


In der Kfz-Zulassungsstelle seien zwei der Mitarbeitenden in den letzten Tagen positiv auf Covid-19 getestet worden und seien mittlerweile zuhause. Die anderen würden, so ein Gewerkschafter gegenüber dieser Zeitung, auf "beengtem Raum" weiter arbeiten. Der unterschwellige Vorwurf: Das Gesundheitsamt scheue vor einer Quarantäne für die komplette Zulassungsstellen-Belegschaft zurück, um nicht die Schließung der Dienststelle des Landratsamtes zu riskieren.

Kfz-Zulassungsstelle: Infizierte frühzeitig isoliert

Das in Erlangen verortete Gesundheitsamt widerspricht dieser Darstellung erwartungsgemäß: "Wie in allen Dienstbereichen des Landratsamtes müssen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zulassungsstelle Höchstadt auf allen Verkehrs- und Begegnungsflächen wie Fluren, Teeküchen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sich an die allgemein gültigen Hygiene- und Abstandsregeln halten", heißt es in einer Stellungnahme. Und weiter: "Die positiv getesteten Personen, die in der Zulassungsstelle Höchstadt arbeiten, wurden frühzeitig entdeckt und auf Anordnung des Gesundheitsamtes isoliert, mögliche Kontaktpersonen wurden ermittelt und getestet. Das Infektionsgeschehen konnte wirkungsvoll auf zwei Personen begrenzt werden", so die Darstellung der Behörde. Die insgesamt sieben Beschäftigten würden in einem Großraumbüro zeitversetzt arbeiten.

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Zudem würde "entsprechend des betriebsinternen Hygienekonzeptes gelüftet, Maske getragen und Abstand gehalten", so dass das Ansteckungsrisiko gering sei.

Zwölfjähriges Kind positiv getestet

Schwerer scheinen die Vorwürfe einer Mutter aus Hemhofen zu wiegen, die sich per Mail an die Redaktion gewandt hat: In der 7. Klasse einer Schule im Landkreis ERH sei ein zwölfjähriges Kind positiv auf Corona gestestet worden, der zuständige Mediziner des Gesundheitsamtes halte Tests für den Rest der Klasse aber nicht für notwendig. Daraufhin habe eine betroffene Familie sich und ihr Kind, das mit dem Corona-Fall in einer Klasse ist, testen lassen – und das Kind sei, ohne Symptome zu zeigen, ebenfalls Corona-positiv. Trotz dieses Wissens, so die Unterstellung der Mutter, würde das Gesundheitsamt weder den Rest der Klasse testen lassen noch eine Quarantäne für die Familien der Kinder verfügen.

Gesundheitsamt richtet sich nach Allgemeinverfügung

Nach Auskunft des Landratsamts verfährt das Gesundheitsamt gemäß der Allgemeinverfügung "Quarantäne von Kontaktpersonen der Kategorie 1 und von Verdachtspersonen, Isolation von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 2. Dezember: Danach erfolgt ein Anruf in der Schule mit Mitteilung des potenziell infektiösen Zeitraums (zwei Tage vor Test oder zwei Tage vor Symptombeginn).

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Die Schule sendet zur Erfassung aller tatsächlich anwesenden Mitschüler Daten an das Gesundheitsamt (inklusive der klassenübergreifenden Unterrichte) mit Angabe des letzten Kontaktes. Danach erfolgt eine Quarantäne-Anordnungsbestätigung mit den Daten (Beginn, Ende) und Versand an die Schule zur Weiterverteilung an die Schüler. Eine Testung erfolgt nur innerhalb von fünf bis sieben Tagen nach dem letzten Kontakt. Liegt dieser länger zurück, wird nach den evidenzbasierten Fachvorgaben des Robert-Koch-Instituts gehandelt. Ein "Entlassanruf" erfolgt nicht.


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Die nachfolgende Karte zeigt Ihnen die Inzidenzwerte in Bayern laut Robert-Koch-Institut (RKI). Deutschlandweite und weltweite Statistiken finden Sie, indem Sie sich einfach unten links bzw. rechts durch die nachfolgenden Grafiken klicken.

Hintergründe zu den Zahlen, die das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, finden Sie hier.


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HANS VON DRAMINSKI

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