Höchstadt: Waldkindergarten nimmt Form an

5.12.2020, 05:50 Uhr
Wenn der Wald in unmittelbarer Nähe ist, lernen Kinder die Natur hautnah kennen.

© Lisa Colleen Bavosa Wenn der Wald in unmittelbarer Nähe ist, lernen Kinder die Natur hautnah kennen.

"Es ist mir ein persönliches Anliegen", sagt Julia Kleebauer. Gemeinsam mit Hannes Grünbaum engagiert sich die Mutter, deren Tochter in Adelsdorf den Waldkindergarten Fuchsbau besucht, für das Projekt in Höchstadt. Und die Eltern sind im engen Kontakt mit Profis: Sandra Besold hat im Jahr 2017 die erste Wald-Kita im Aischgrund eröffnet, um genau zu sein in Neustadt. Das naturbezogenen Betreuungsangebot können Kinder in der Krippe (ab 20 Monaten), Kindergarten (ab drei Jahren) und im Hort erleben. "Weil wir davon überzeugt sind, dass das Konzept den Kindern unglaublich gut tut, haben wir die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft Wichtelglück gegründet", sagt Sandra Besold. Diese könnte die Trägerschaft neuer Einrichtungen in Bad Windsheim und Höchstadt übernehmen.

Über 1500 Natur- und Waldkindergärten

Wollen einen Waldkindergarten eröffnen: Sandra Besold (li.) und Jessica Arndt (re.).

Wollen einen Waldkindergarten eröffnen: Sandra Besold (li.) und Jessica Arndt (re.). © Lisa Colleen Bavosa

In Deutschland bestehen laut der Webseite des Bundesverbands heute über 1500 Natur- und Waldkindergärten – Tendenz steigend. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt finden sich unter anderem Beispiele in Röttenbach, Bubenreuth und Möhrendorf. Die hohe Nachfrage auch in Adelsdorf zeigt: Das Konzept der Kinderbetreuung an der frischen Luft kommt an. In Höchstadt wird das pädagogische Konzept ähnlich sein wie im Fuchsbau: Lernen in und mit der Natur, Waldpädagogik, Nachhaltigkeit – aber immer orientiert am Bayerischen Erziehungsplan. Die Kosten für einen Platz sind mit denen städtischer Einrichtungen vergleichbar, der Personalschlüssel aber ist höher – das heißt, es kümmern sich mehr Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen um die Kinder. Auch die Eltern sind eng eingebunden und aufgefordert, sich zu engagieren, zum Beispiel beim Putzdienst im Bauwagen.

Bauwagen und Komposttoilette

Das Vorbild: der Bauwagen des "Fuchsbaus" in Adelsdorf, davor Erzieher Tobias Kauper.

Das Vorbild: der Bauwagen des "Fuchsbaus" in Adelsdorf, davor Erzieher Tobias Kauper. © Claudia Freilinger

Auf einem Grundstück, das die Kommune für den Kindergarten pachtet, stehen meist ein Bauwagen und eine Komposttoilette. Natürlich sind verschiedene Erweiterungen und Aufbauten möglich, in Adelsdorf gibt es zum Beispiel ein Tipi, mehrere selbstgebaute Sitzecken – natürlich aus Holz – und eine bei den Kindern sehr beliebte Matschrutsche. Wo genau der neue Waldkindergarten in Höchstadt unterkommen kann, ist noch unklar. Das hängt auch von der Nachfrage ab. Voraussichtlich wird es eine Gruppe geben.

"Rückenwind würde nicht schaden"

Zwergenglück unter Bäumen.

Zwergenglück unter Bäumen. © Lisa Colleen Basova

"Wir sind mit dem Bürgermeister in Kontakt", sagt Sandra Besold. Er stehe prinzipiell hinter dem Vorhaben, "aber zusätzlicher Rückwind würde uns nicht schaden." Und hier kommen Julia Kleebauer und Hannes Grünbaum ins Spiel: Weil sie begeistert sind von den Plänen, rühren sie die Werbetrommel und suchen nach interessierten Eltern. Mehr als zehn Voranmeldungen liegen bereits vor.

Wer sich vorstellen kann, dass seinem Kind eine alternative Betreuung in der Natur gut tun könnte und ab September 2021 einen Platz sucht, kann sich bei Sandra Besold melden unter traeger.wichtelglueck@gmx.de oder unter der Telefonnummer (0170) 54 86 10 2.

 

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