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Dienstag, 20.08.2019

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In Höchstadt kein Mangel an Bademeistern

Fachkräfte sind hier ausgelastet: Im Sommer im Freibad, im Winter Eismeister - 13.06.2019 14:07 Uhr

Ungefähr 70 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt Karl-Heinz Zillich als Aufsicht am Beckenrand. Aber auch beispielsweise das Nehmen regelmäßiger Wasserproben gehört zu seinen Aufgaben. © Foto: Eduard Weigert


"Das liegt wohl an der Schichtarbeit und auch daran, dass man in der Industrie besser verdient", sagt Karl-Heinz Zillich, der stellvertretende Leiter des Höchstadter Sportzentrums. Er jedoch ist Bademeister – die korrekte Berufsbezeichnung lautet eigentlich Fachangestellter für Bäderbetriebe – mit Leib und Seele. "Ich bin als Kind sehr oft ins Schwimmbad gegangen und das war mein Traumjob", erzählt Zillich.

Einer der neuen Publikumsmagneten im Höchstadter Freibad ist die Breitrutsche mit Soft-Auslauf, die seit dieser Saison in Betrieb ist. © Foto: Eduard Weigert


Ein Traumjob, der abwechslungsreich ist. Frühmorgens geht es mindestens zwei Stunden vor Öffnung des Schwimmbads los mit Reinigungsarbeiten oder auch Kontrollgängen über das Gelände, in den Technik-raum (von dem aus zum Beispiel die Heizung oder auch die Wasseraufbereitung gesteuert wird). "70 Prozent der Arbeitszeit", sagt Zillich, "sind wir mit Aufsicht am Becken beschäftigt", der Rest der Zeit ist mit sonstigen Arbeiten gefüllt, auch das Nehmen der Wasserproben mehrmals pro Tag gehört da dazu.

Das Klischee vom Bademeister, der sich in die Fluten stürzt, um einen Ertrinkenden zu retten, trifft natürlich nur selten zu. "Solche Situationen habe ich in den 25 Jahren, in denen ich in Höchstadt arbeite, nur drei Mal erlebt", sagt Zillich. Einmal etwa habe ein Mann beim Tauchen einen epileptischen Anfall bekommen.

Viel öfter jedoch sind die zu Ersthelfern ausgebildeten Bad-Angestellten gefordert, weil sich ein Badegast zum Beispiel den Fuß vertreten hat, von einer Biene gestochen wurde oder auch, weil ein Kind im Getümmel seine Mama verloren hat. "Und wir sind präventiv tätig und schimpfen, wenn wieder jemand auf dem 3er rumturnt oder vom Beckenrand springt", so Zillich. Damit Notfälle eben gar nicht erst entstehen. Unterstützt werden die Fachkräfte von Beckenaufsichten, etwa Studenten mit Rettungsschwimmerschein.

Die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe dauert drei Jahre, auf dem Lehrplan steht unter anderem das Fach "Sport und Animation". Dort lernen die Azubis zum Beispiel, Schwimmkurse zu organisieren. Auch in Höchstadt halten die Bademeister Kurse ab, allerdings nur in der Wintersaison im Hallenbad.

Eine Besonderheit in Höchstadt ist, dass hier auch noch das Eisstadion mitbetreut wird. Von den fünf Fachangestellten für Bäderbetriebe arbeiten im Winter drei im Hallenbad, zwei sind in der Eishalle im Kieferndorfer Weg tätig. Sie haben zusätzlich noch einen Lehrgang zum Eismeister absolviert, kennen sich unter anderem damit aus, wie das Eis aufbereitet wird (Zillich: "Damit da alles passt, braucht es jahrelange Erfahrung").

Zillich selbst schätzt übrigens die Schichtarbeit, die andere von seinem Beruf abhält: "Ich mag es, mal früh anzufangen und dann schon am frühen Nachmittag daheim zu sein", so Zillich. Oder eben erst um 14 Uhr anzufangen. Alle zwei Wochen wechseln die Schichten, jedes zweite Wochenende haben die Bademeister frei. Und noch eines würde Zillich nicht missen wollen: Den Kontakt mit den Badegästen, die sich freuen, wenn sie ihn sehen. 

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