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„Kleiner Schritt“ für neue Gremsdorfer Ortsumgehung

Vorhaben gilt im Entwurf für Bundesverkehrswegeplan als „vordringlich“ — Kosten: 11,2 Millionen Euro — Erleichterung bei Bürgerinitiative - 18.07.2016 18:41 Uhr

Protestplakate im Ort machen deutlich, wie sehr die Gremsdorfer unter dem Durchgangsverkehr leiden. Nun ist ein erster Schritt in Richtung Umgehungsstraße getan. © Archivfoto: De Geare


Zur Ortsumgehung gibt es bisher nur einen Referentenentwurf, der von Umwelt- und Wirtschaftsministerium befürwortet werden muss. Am 3. August soll dieser Entwurf vom Bundeskabinett beschlossen werden. Im Herbst könnte dann auch das Bundesparlament über das ehrgeizige Vorhaben abstimmen.

Die Eckdaten: In der Anlage zum Bundesverkehrswegeplan werden die voraussichtlichen Kosten der Gremsdorfer Ortsumgehung mit 11,2 Millionen Euro angegeben. Die neue Straßentrasse wäre 3,5 Kilometer lang.

Erst gestern Morgen hatte Staatssekretär Müller mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt über das Vorhaben gesprochen. Die Südumgehung werde deshalb favorisiert, weil sie unter ökologischen Gesichtspunkten die „weniger Bedenkliche“ sei.

Eine exakte Planung sei aber Sache des staatlichen Bauamtes. Dieses werde auf die Gemeinde zugehen. Für genaue Zeitangaben sei es aber noch viel zu früh. Sicher sei nur, dass das Vorhaben während der zehnjährigen Geltungszeit des Bundesverkehrswegeplans umgesetzt werde.

„Wichtiges Signal“

Müller wörtlich: „Das Signal ist wichtig.“ Allerdings gebe es zu viele Dinge, die der Bund zeitlich nicht beeinflussen könne. Konkret nannte er dabei auch die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern. Keinen Zweifel ließ Müller bei einer Verkehrsbelastung von über 13 000 Autos pro Tag an der Notwendigkeit der Umgehung. Allerdings sei das alles „noch nicht in trockenen Tüchern“.

Auf die vom NN-Reporter überbrachte Nachricht von der Vordringlichkeit der Ortsumgehung reagierte der Sprecher der Bürgerinitiative und Zweite Bürgermeister Markus Franke mit den Worten: „Sie können sich nicht vorstellen, wie froh ich bin.“

Seit 15 Jahren kämpfe er für diese Ortsumgehung. „Endlich hat sich unser Einspruch gelohnt.“ Zwischen Gremsdorf und Höchstadt bestehe Einigkeit für dieses Vorhaben, auch der Kreistag habe zugestimmt. Franke: „Ich bin zuversichtlich, dass es sehr schnell gehen wird.“

Der BI-Sprecher glaubt, dass die Südumgehung im Vergleich zur Nordumgehung „die günstigere Variante“ sei. Allerdings wäre seiner Meinung nach die Nordumgehung für Höchstadt interessanter. Letztlich seien es die Zahlen und Fakten, die für die Umgehungsstraße sprächen. Eigentlich müsste er jetzt „vor Jubel schreien“, aber er habe in dem jahrelangen Kampf schon zu viele Höhen und Tiefen erlebt.

Auch sein Chef im Rathaus, Bürgermeister Norbert Walter, wertete die nun geänderte Einstufung für eine neue Umgehungstrasse als „toll“. Man sei jetzt „viel, viel weiter als vorher“. Nach dem Weg durch die Instanzen und parlamentarischen Gremien bekomme das staatliche Bauamt das Planungsrecht. Dieses lege dann auch die exakte Trassenführung fest.

Eine „deutliche Verbesserung als vorher“ sieht auch die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann (SPD). Das sei ein kleiner, aber wichtiger Schritt, erklärte sie. Die Entscheidung, ob Nord- oder Südumgehung hält sie für „ziemlich diffizil“. Bei ihren regelmäßigen Fahrten zu den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf fährt sie an den Protestplakaten vorbei. Bei einem Anliegerhaus in der Ortsmitte sei „schon ein paar Mal der Erker angefahren worden. Die Politikerin: „Da will doch keiner von uns leben.“

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert, glaubt, dass die Bürgerbefragung mit mehr als 40 000 Beteiligten eine Rolle für die geänderte Einstufung der Umgehung gespielt habe.

„Einsicht gekommen“

An die Gremsdorfer Umgehungsstraße hat ihre Parteigenossin MdB Martina Stamm-Fibich eigentlich nicht mehr geglaubt. Die Abgeordnete: „Wir denken, dass entlang der B 470 die Einsicht gekommen ist, dass man etwas tun muss.“ Trotz der noch bevorstehenden Beratungen und Abstimmungen ist sie „optimistisch“, dass das Gremsdorfer Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan drin bleiben werde.

Nach der Verabschiedung im Parlament seien „die örtlichen Fürsten“, also die Bürgermeister zu Stellungnahmen aufgefordert. Stamm-Fibich: „Die alte Umgehung ist aber nicht mehr machbar.“ Grundsätzlich werde jetzt der erste Schritt getan.

FRANK HEIDLER

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