"Klimawandel ist ein Fakt"

17.8.2020, 18:00 Uhr
Martin Breun (links) mit Uwe Kekeritz und Kreisrätin Uschi Schmidt.

Martin Breun (links) mit Uwe Kekeritz und Kreisrätin Uschi Schmidt. © Foto: Grüne

Bei einem Besuch bei Saatgut Breun in Steinbach hat sich der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz (Die Grünen) auch über Biodiversität und Genvielfalt unterhalten.

"Der Klimawandel ist ein Fakt", stellte Martin Breun, Chef des Familienunternehmens, fest. "Wenn mich ein Landwirt fragt, empfehle ich ihm, immer mehrere Sorten anzubauen", so Breun, denn man wisse nie, ob es ein trockenes Jahr oder ein feuchtes Jahr mit viel Pilzkrankheiten werde. Starkregen könne die Ernte in einer Region zerstören, Trockenheit oder Pflanzenkrankheiten ein paar Kilometer weiter die andere.

"Wir brauchen engagierte Züchter in Deutschland, die sich dem Klimawandel entgegenstemmen" sagte Kekeritz, der sich seit Jahren gegen Handelsabkommen wie CETA oder Mercosur stark macht. "Das Fachwissen unserer Familienbetriebe gilt es zu schützen", nicht nur weil große Konzerne immer nur auf ihren Profit aus seien.

Zwar, so der Bundestagsabgeordnete, müsse auch ein Familienbetrieb Geld verdienen, aber der Respekt vor dem Boden, der nicht endlos ausgelaugt werden kann, die Vielfalt der Sorten, die natürlichen Kreuzungszüchtungen, bei denen die Pflanze auch ohne Pestizide stark gemacht werden müsse, sei der Weg, der die Landwirtschaft weiter bringe.

Der Betrieb von Martin Breun ist einer von zwei in ganz Deutschland, die Braugerste und Weizen züchten und noch nicht Konzerne oder Gesellschafter ins Boot nehmen mussten. Konzerne liefern am liebsten an riesige Betriebe, die auch mal die Ackerfläche Bayerns haben können. Ein Konzern interessiert sich nicht für die Bedürfnisse und Probleme eines Fränkischen Bauern. Der Firmenchef und Uwe Kekeritz warnten davor, sich auf Konzerne zu verlassen.

Die Firma Saatzucht Breun wurde bereits 1906 in Herzogenaurach gegründet. Viele Jahre mussten Eltern und Großvater in die Forschung investieren, bis jetzt Sorten auf den Markt gebracht werden konnten, die nicht nur weniger Energie bei der Bierherstellung benötigen, sondern auch gegen eine Vielzahl von Krankheiten resistent sind.

Martin Breun fordert deshalb: Sortenschutz statt Patente. Er gibt seine Sorten auch an andere Züchter für Kreuzungen, um neue Sorten zu züchten, weiter. Wenn Landwirte Saatgut nachbauen, wünscht er sich aber, dass die Landwirte eine Nachbaugebühr entrichten.

Importe als Problem

Mit großer Sorge sieht er auch die massenhaften Importe aus Brasilien, die im Falle des Mercosur-Abkommens stark zunehmen werden: Wenn Futtermittel, überwiegend Soja als Eiweißquelle in der Tierfütterung, importiert werden, wird über das Eiweiß im Soja zusätzlicher Stickstoff in die heimischen Stickstoffkreisläufe eingebracht und dadurch mehr Nitrat gebildet. Wird mehr Fleisch importiert, trifft es auch die Viehzüchter, die mit den Weltmarktpreisen nicht mehr mithalten können und ihre sorgsam gehegten Tiere billig verkaufen müssen.

"Wir haben heute viel über Landwirtschaft gelernt," resümierte Martine Herpers, Sprecherin des Ortsverbandes Herzogenaurach, am Ende des Besuches. nn

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