Sonntag, 08.12.2019

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Kruzifix zurück ins Dorf geholt

Saniertes Sandsteinkreuz wurde in Uttstadt neu geweiht - 18.09.2007

Pfarrer Holger Fiedler gab der sanierten Kreuzdarstellung am neuen Standort in Uttstadt den Segen. © Spörlein


Hört man sich nun wegen der dieser Tage neu geweihten Kreuzdarstellung am Ortseingang von Uttstadt bei den Bürgern um und schlägt in den wissenschaftlichen Sammlungen über Adelsdorf und seine Ortsteile nach, die einst von Michael Graf Matuschka in jahrelanger Arbeit zusammengetragen wurden, dann erfährt man über das schmucke und imposante Steinkreuz sehr wenig. Es hat inzwischen seinen dritten Standplatz bekommen und steht jetzt wahrscheinlich dort, wo es die Stifterin Margaretha Nüßlein 1846 eigentlich haben wollte.

Stifterin nicht bekannt

Das gleichwohl konnte kurz vor der kirchlichen Weihe vergangenen Freitag niemand bestätigen. «Ich finde einfach nichts, was zu der aus Uttstadt stammenden Stifterin und der Jahreszahl passt», meinte Fritz Kratz, früher Pfarrgemeinderats-Vorsitzender in der Laurentius-Kirchengemeinde Aisch.

Einst war das Sandsteinkreuz im alten Friedhof rund um die Aischer Laurentius-Kirche, ungefähr in jener Ecke, wo heute ein Informationskasten steht. Dann wanderte es in den Wald Richtung Bösenbechhofen, zum «Kreuzstein» und war immer wieder Treffpunkt vieler Gläubiger.

Vor Jahren schon, so Kratz, dachte man zusammen mit dem früheren Ortsgeistlichen Hans Eisend darüber nach, das Kreuz nach Uttstadt zu holen. Der Nachfolger von Eisend, Pfarrer Holger Fiedler, befürwortete dieses Ansinnen auch und Uttstadter Bürger um Kratz holten das Steinkreuz schließlich wieder «nach Hause».

Bemoost, leicht beschädigt und nicht mehr recht ansehnlich sei das Kreuz gewesen, weshalb man es bei der Firma Müller-Pröls in Pettstadt sanieren ließ. Mit Wasserdruckstrahl wurde es gereinigt, die Schriftzüge wurden erneuert, Steinteile mussten ersetzt werden, berichtete Fritz Kratz, der sich zusammen mit weiteren Spendern aus dem Ort an der Finanzierung der Sanierung (3000 Euro) beteiligte.

Es galt hernach, einen passenden, repräsentativen Standort zu finden, der dem neuen christlichen Wahrzeichen des Dorfes gerecht wird. Die Gemeinde half hier aus und bot am südlichen Ortseingang ein etwa 600 Quadratmeter großes Grundstück an, das von der Dorfgemeinschaft hergerichtet wurde. Rasen wurde angesät, ein Weg wurde befestigt, eine Holzbank lädt jetzt zum Verweilen unter dem Steinkreuz ein.

Umfriedung angedeutet

Damit bei den diversen Festen in der Pappelanlage an der Aisch das Umfeld auch geachtet wird, wurde es andeutungsweise eingefriedet.

«Das Kreuz steht, auch wenn die Welt sich dreht», hatte Margaretha Nüßlein seinerzeit in den Stein schlagen lassen, vielleicht auch ein Wink bezüglich der eingangs erwähnten Vermutung. Holger Fiedler wies angesichts unserer hektischen Zeit, in der kaum jemand mehr für den anderen Zeit finde, darauf hin, dass das Kreuz ein Symbol für die Ewigkeit sei, auch wenn es in der Zeit der Wanderschaft im wahrsten Sinne des Wortes «brüchig» geworden ist.

Die wahre Geschichte um die Stifterin bleibt wohl auch weiterhin ein Geheimnis, welches nur das Kunstwerk selbst weiß.

NIKO SPÖRLEIN

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