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Samstag, 22.02.2020

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Mühlhausen hat keine Postfiliale mehr - zumindest vorübergehend

Christa Schmitthammer betrieb bis Ende 2019 die Poststelle - Neue Räume angemietet - 07.01.2020 17:09 Uhr

Für Christa Schmitthammer gab es zum Abschied viel Lob und Blumen: Vorbeigekommen waren Bürgermeister Klaus Faatz sowie Helmut Muhr von der Deutschen Post AG.


  Doch die Mühlhausener können aufatmen – denn schon bald sollen sie in ihrem Ort wieder Briefmarken kaufen und Pakete aufgeben können.

Das versicherte bei der Verabschiedung Schmitthammers Helmut Muhr, der regionale Politikbeauftragte der Deutschen Post, der für den Termin extra aus Ingolstadt gekommen war. "Wir haben bereits Räume angemietet in der Bamberger Straße", berichtete Muhr. Früher war dort eine Apotheke untergebracht, zuletzt wurden dort Bilder ausgestellt.

Vermittelt hatte den Kontakt zum Vermieter die Gemeinde. "Wir haben uns zuvor auch sehr darum bemüht, Geschäftsleute zu finden, die die Poststelle übernehmen", sagte Bürgermeister Klaus Faatz. Leider ohne Erfolg.

Bessere Öffnungszeiten

Damit die Mühlhausener weiterhin eine Post vor Ort haben, wird das Unternehmen dort nun selbst eine kleine Station betreiben. Übergangsweise, wie Muhr und Post-Vertriebsmanager Jürgen Hartmann betonten. Ziel sei schon, die Poststelle wieder in einem bestehenden Geschäft unterzubringen. "Denn da wären die Öffnungszeiten für die Kunden besser", erklärte Hartmann.

Personal gesucht

Denn die eigenständige Poststelle wird pro Tag nur zwei Stunden geöffnet sein, in einer integrierten Filiale wären die Zeiten, in denen Pakete abgegeben und Briefmarken gekauft werden können, natürlich länger.

Wann die Filiale in der Bamberger Straße eröffnet, ist noch unklar. Man suche dringend Personal, hieß es. Bei der Gestaltung der Öffnungszeiten könne man den Bewerbern auch entgegenkommen.

Viel Lustiges erlebt

18,5 Jahre war Christa Schmitthammer das "Gesicht der Post" in Mühlhausen und es hat ihr immer Spaß gemacht, wie sie versicherte. Derart viel Spaß, dass man bei Schmitthammers auch mal abends um 21 Uhr für ein Postident-Verfahren vorbeikommen konnte. "Ausgenutzt haben die Leute das aber nie, das passierte alles mit Absprache", so Schmitthammer.

Auch allerlei Lustiges habe man erlebt: Etwa ein Paket in der Filiale, in dem es immer wieder gebrummt habe – verschickt wurde, wie eine Nachfrage beim Absender ergab, eine elektrische Zahnbürste, die wohl immer wieder anging. Oder ein stinkendes, übers Wochenende ausgelaufenes Paket. Versendet wurde hier eine offenbar nicht gereinigte Teichpumpe.

Schränke für die Garage

Neben Blumen gab es für Christa Schmitthammer zum Abschied auch eine Jahresbriefmarkensammlung von 2011, also von allen Briefmarken, die binnen eines Jahres von der Post herausgegeben wurden. Genau das Richtige für die 73-Jährige – denn: "Ich bin schon eine kleine Briefmarkensammlerin, ich habe immer die gesammelt, die mir gefallen haben."

Ganz von der Post lässt sie ohnehin auch in Zukunft nicht. Das gelbe Mobiliar zum Beispiel wird sie behalten, "das ist so massiv, das sind gute Schränke für die Garage", wie Schmitthammer schmunzelnd sagt.

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