Wetter

Nach Starkregen in Erlangen-Höchstadt: Das Grün ist satt, die Bäume durstig

17.6.2021, 05:59 Uhr
In diesem Frühjahr sind die Landwirte mit der Heuernte zufrieden.

In diesem Frühjahr sind die Landwirte mit der Heuernte zufrieden. © Ralf Rödel, NN

14 Tage Regenwetter? Für Stefan Stirnweiß wäre das "natürlich ein Traum". Denn der Forstrat weiß: "Der Wald hätte gerne mehr." Das Wasser, das in den ersten Juniwochen teils per Starkregen vom Himmel kam, hat den Waldboden zwar gut erreicht. "Für die oberen 60 Zentimeter sieht es gut aus", weißt Stirnweiß, der in diesen Tagen bei Lonnerstadt eine Bodenprobe genommen hat.

Der lehmige Untergrund dort war in den höheren Schichten "wunderschön plastisch", also weich, breiig und feucht. Tiefer konnte das Wasser noch nicht vordringen. Für die Wald-Verjüngung sei es super, dass die obere Schicht so feucht ist. "Von einer Grundwasser-Neubildung sind wir aber weit entfernt", sagt Stirnweiß. Der Bodenspeicher des Waldes sei nach wie vor unterversorgt. "Es müsste 14 Tage durchpieseln." Ein kontinuierlicher Landregen würde alles durchtränken und auch große Bäume wie Eichen und Buchen hätten wieder mehr zu trinken.

Auch das Getreide steht gut da.

Auch das Getreide steht gut da. © Wilfried Wagner, NN

Starkregen wie er in der ersten Junihälfte an vielen Stellen niedergeprasselt kam, richtet im Wald natürlich nicht so viel Schaden an wie in Siedlungen oder auf Äckern. "Er ist sogar gar nicht schlecht, weil das Wasser dann auch ganz unten ankommt und nicht in den Nadeln und Blättern der Kronen hängen bliebt", sagt Stirnweiß. Je nachdem wie viel Wasser kommt, kann der Oberflächenabfluss aber auch so hoch sein, dass es dem Boden doch wieder nichts nutzt, weil alles einfach wegschwemmt.

Das ist genau das Phänomen, mit dem die Landwirte auf den Ackerflächen kämpfen. Robert Ort, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, hält es deshalb für nötig nach der Flurbereinigung der vergangenen Jahre umzudenken und unter Umständen wieder auf kleinteiligere Ackerflächen zu setzen mit Hecken oder Ähnlichem, die dem Regen eine Barriere am Boden bieten. Insgesamt, meint Ort, sei das Wasser der ersten Junihälfte "für Getreide und Grünland herrlich" gewesen. Das Gras sei prächtig gediehen.

Das bestätigen auch die Pflanzenbaufachleute vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Grünland bedeckt im Landkreis Erlangen-Höchstadt etwa 6000 Hektar der insgesamt 22000 Hektar landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die verschiedenen Getreidearten machen zusammen mehr als 12000 Hektar aus, 3500 Silo-Maisanbau, der Rest sind kleinere Flächen, zum Beispiel mit Kartoffeln oder Zuckerrüben.

Keine Kommentare