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Neues Herzogenauracher Rathaus wird schon teuerer

Kostenmehrung auf 28,27 Millionen Euro - Architekt legt Terminplan vor - 15.03.2019 06:57 Uhr

Blick in den Rathaussaal. Mit den laufenden Entkernungsarbeiten sieht es zurzeit so dort aus. © Foto: Eduard Weigert


Dies bedeutet bereits eine Kostenmehrung von 222 924 Euro, unter anderem bedingt durch ein erforderliches Regenrückhaltebecken und dichtere Lage von Ankern zur Stabilität.

Der Kostenpunkt Rückhaltebecken von 37 Kubikmetern an der Baugrube sei notwendig, um zu verhindern, dass angesichts der abschüssigen Fläche zum Marktplatz das Wasser bei Starkregen dorthin fließt. Unkalkulierbar sei auch das Risiko, archäologisch bedeutsamen Funde unter dem Rathaus zu entdecken.

Aktueller Stand der Arbeiten, so referierte der Architekt, nach einem ersten Jour fixe auf der Baustelle, sei dies: Die Ausführungsplanung für den Neubau wurde weitergetrieben, beim Abbruch des 1960er-Jahre-Trakts beginnt für Baugrube und Verbau die Ausschreibung. Derzeit laufen vorgezogene Entkernungsmaßnahmen im Rathaus vor dem Abriss, es erfolgt die schadstoffgerechte Entsorgung.

Ab Mitte April sei mit dem Abbruch des Baus zu rechnen. Im August soll mit der Ausschreibung für den Rohbau angefangen werden. Allerdings könne diese unter Umständen auch erst Anfang des nächsten Jahres wegen der Archäologie erfolgen. Der Keller des Rathauses soll aus Gründen der Stabilität des Schlosses zunächst stehen bleiben. Dies sei auf Rat der Statiker so geplant, um Risse zu vermeiden.

Wie berichtet, soll die Baustelleneinrichtung auf dem Hubmann-Parkplatz installiert werden, ein Umweg für Fußgänger wurde bereits ausgeschildert. 2020 soll mit dem Rathausneubau begonnen werden, auf 2022 ist die Inbetriebnahme datiert.

Bürgermeister German Hacker verwies auf die "zwei Problemlagen": die Archäologie und was ist unter der Bodenplatte?" Daher müsse es zeitliche Puffer geben, auch die Wiederholung von Ausschreibungen sei möglich.

CSU-Stadtrat Walter Drebinger kritisierte, seit dem Auszug am 18. Januar seien "zwei Monate verloren worden. Seither steht das Gebäude unangetastet rum." Überdies solle "der Terminplan in leserlicher Form ins Bürgerinformationssystem eingestellt werden."

Schmidt und Hacker informierten, es seien noch Ausräumarbeiten im Rathaus notwendig gewesen. Startschuss für den Abbruch – zunächst im Inneren – war der 8. März 2019.

Auch sei mit einem "gewissen Stillstand", so der Architekt, nach dem Abbruch bis zum Beginn der Baugrube zu rechnen: "Man braucht einen Puffer." Gesichert wurden die drei Fenster mit den Stadtwappen aus dem Sitzungssaal des Rathauses. Eingelagert wurde auch der Schriftzug "Rathaus" über dem Eingang.

Bernhard Schwab (CSU) warf ein, wenn Ausschreibungen in Zeiten der Bauhochkonjunktur laufen müssten, so sei erst recht mit Problemen zu rechnen: "Leerläufe und Pufferzeiten kosten Geld."

Renate Schroff (SPD) regte an, das im Regenüberlaufbecken gesammelte Wasser zum Gießen zu nutzen. Dies soll geprüft werden.

In zwei weiteren Punkten befasste sich der Finanzausschuss mit dem Regenüberlaufbecken RÜB 24 in Niederndorf. Vergeben wurden Schlosserarbeiten über 148 045 Euro und Maschinentechnik für 97 716 Euro.

Das Seel- und Siechhaus am Kirchenplatz, bis zur – noch nicht vollzogenen – Auflösung der Pfründner- Hospital-, Seel- und Siechhausstiftung Herzogenaurach in Stiftungsbesitz, benötigt für den Fortgang der Sanierungsarbeiten 500 000 Euro. Die Summe war schon 2016 vorgesehen gewesen und wird nun transferiert. Bei den Haushaltsberatungen war dies bereits mittelfristig beschlossen worden.

Retta Müller-Schimmel (Bündnisgrüne) erwähnte, es sei "befremdlich", dass trotz des Auflösungsbeschlusses bezüglich der Stiftung nun ein größerer bürokratischer Aufwand ansteht. Im Hinblick auf Bürokratieabbau könnte doch "ein Kollege aus dem Gremium tätig werden". Die Baustelle läuft seit etwa einem Jahr. Bürgermeister Hacker sagte, es sei "ambitioniert, so etwas herzurichten."

Edith Kern-Miereisz E-Mail

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