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Freitag, 05.06.2020

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Niederndorf: Insel als Querungshilfe überflüssig

Der Bauausschuss hat ein von den Freien Wählern angestoßenes Projekt verworfen. Viele Fakten sprechen dagegen. - 22.05.2020 17:03 Uhr

An gleicher Stelle wie dieser Mann überqueren die Fußgänger die Hauptstraße in Niederndorf meistens, aber keine 40 am Tag. Der Bauausschuss verwarf Umbaupläne. © Foto: Rainer Groh


Deren Fraktion hatte den Antrag bereits im November vergangenen Jahres gestellt. Es ging um einen sichereren Überweg, vor allem zum und vom Geschäftshaus mit Arztpraxis auf der Südseite der Straße.

An sich eine Überlegung wert, und Christian Bendler, Sachgebietsleiter Tiefbau im Stadtbauamt, präsentierte auch Überlegungen, die man sich im Rathaus dazu gemacht hatte. Ergebnis: Ein Überweg mit Mittelinsel hätte mehr Nach- als Vorteile.

Überdies, begann Bendler, hält sich der Fußgänger-Verkehr dort offenbar in Grenzen. Bei einer Zählung habe man festgestellt, dass Fußgänger die Hauptstraße wenn, dann östlich der Sternstraßen-Mündung überqueren, direkt auf Höhe des Ärztehauses. Und selbst dort seien es nicht viele: 14 Querungen zwischen 7 und 8 Uhr, zehn zwischen 12 und 13 Uhr, ebenfalls zehn zwischen 13 und 14 Uhr und fünf zwischen 16 und 17 Uhr.

Eine Mittelinsel, die den Kriterien der Barrierefreiheit genügt, müsse mindestens zwei Meter breit und 6,50 Meter lang sein. Dazugerechnet zwei Auto-Spuren von je winterdiensttauglichen 3,50 Meter und zwei Gehwege von je einem Meter Breite, und für die Querungshilfe summiere sich ein Platzbedarf von elf Metern Breite und 6,50 Metern Länge.

Schwer unterzubringen bei den Gegebenheiten. Bendler nannte drei Möglichkeiten, die alle Nachteile haben. Baue man westllich der Einmündung würde man damit die Sichtverhältnisse für Abbieger aus der Sternstraße verschlechtern. Nach Osten geschoben, brächte die Insel Schwierigkeiten im Abbiege-Radius und auch in der Fahrbahnbreite für Lastwagen. Und eine Ausweitung der Sternstraßen-Mündung würde zwei Bäume kosten und stattliche 106 000 Euro, was die Verwaltung bei der geringen Fußgänger-Frequenz für zu viel hält.

Es wurde in der Diskussion auch gesagt, dass die Straße dort sehr übersichtlich sei und sie zu überqueren auch nicht zu riskant. Christian Polster (CSU) schlug noch vor, eine Insel etwas abseits der Einmündung als Tempo-Bremse zu bauen.

Diese Wirkung hätte sie aber nicht, war die Antwort von Bandler und Bürgermeister German Hacker. Gebremst werden sollte doch der Autoverkehr, der von Westen, also Herzogenaurach, Niederndorf erreicht. Diese Autos müssten mit einem Fahrbahn-Verschwenk von mindestens 1,50 Meter gebremst werden. Doch in die West-Ost-Fahrspur lasse sich kein Schwenk bauen, weil gegenüber Privatgrundstücke liegen, von denen die Stadt Fläche bräuchte, um die Fahrbahn zu verlegen.

Tempo 50 auf ganzer Strecke

Ganz allgemein, merkte Hacker an, sollte man dort auch gar keine "Bremse" brauchen, denn für Autos gilt auch schon vor dem Niederndorfer Ortsschild Tempo 50. Von 50 auf 50 "bremsen" sollte man nicht müssen.

Eine Bedarfsampel, wie von Renate Schroff (SPD) angeregt, wäre noch teurer. Ein Provisorium, etwa aufgenagelte Hindernisse, eine Anregung von Christian Schaufler (FW), wären gefährlich, vor allem auch für Radfahrer. Also fand sich auch der Vertreter der Antragsteller mit dem Status Quo ab.

RAINER GROH

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