Ökofest Herzo: Kinder lieben veganes Schokoeis

1.5.2017, 17:05 Uhr
„Das Fest spricht für sich“, sagt Organisatorin Retta Müller-Schimmel. Die vielen Besucher am Weihersbach scheinen ihr Recht zu geben. Foto: Pfrogner

„Das Fest spricht für sich“, sagt Organisatorin Retta Müller-Schimmel. Die vielen Besucher am Weihersbach scheinen ihr Recht zu geben. Foto: Pfrogner

Manche Geheimnisse bleiben lieber in der Familie. "Das kann ich natürlich nicht verraten", sagt Zulzhewt Gafuri schmunzelnd, während er zwei kleinen Kindern ihre Eisbecher überreicht. "Aber in dem Eis sind keine tierischen Produkte." Wie es genau entsteht, das vegane Eis, behält die kroatische Familie vom Eiscafé Cortina zwar für sich, doch hier am Weihersbach-Gelände scheint es der Renner zu sein. Im Minutentakt holen sich Ökofest-Besucher ihre Erfrischung ab. Auf der mit drei Tischbänken improvisierten Eisdiele bietet Gafuri vier Eissorten an: Vanille, Schokolade, Zitrone und Banane. Alle vegan.

"Bisher kommen größtenteils Kinder, die nehmen fast alle das Schokoeis", erklärt Gafuri dem noch etwas skeptischen Reporter. Also unterziehen wir dem veganen Eis einen Härtetest. Eine Kugel Schoko, der Klassiker, da kann nicht viel schiefgehen. Und tatsächlich: Ein großer Unterschied zum herkömmlichen Eis ist nicht zu spüren, höchstens der Nachgeschmack einen Tick bitterer. Gafuri dreht sich fragend um. Daumen hoch vom Reporter. "Ja, so ist das", ruft der Eismann erfreut, bevor er sich wieder seinen Eissorten zuwendet. Die nächsten Kunden warten bereits.

Versteckter Tannenzapfen

Alle Hände voll zu tun hat auch Retta Müller-Schimmel. Bereits zum 17. Mal organisiert die Stadträtin das Ökofest, doch diesmal gestaltet es sich besonders schwer. "Durch den Feiertag und das verlängerte Wochenende fahren viele Leute weg", erklärt Müller-Schimmel und seufzt. Im Vorfeld des Fests sind dadurch auch einige Anbieter weggebrochen. Bis zum Schluss haben die Organisatoren darum gekämpft, die übliche Anzahl von bis zu 60 Verkäufern zu erhalten. Der Aufwand scheint sich zu lohnen. "Wir haben noch 21 neue Aussteller gefunden", erklärt Müller-Schimmel, während sie ihren Blick über das volle Weihersbach-Gelände schweifen lässt. "Das Fest spricht für sich."

"Weich oder hart?" Der kleine Raphael streckt seine Hand in die Holzbox, blinzelt etwas verstohlen hinter seiner Brille und beginnt das blaue Tuch zu durchwühlen. "Tannenzapfen!", ruft er, sodass man sich an das berühmte "Heureka" des Physikers Archimedes erinnert fühlt. Raphaels Tastsinn behält Recht: Aus dem blauen Tuch der Holzbox kommt tatsächlich ein Tannenzapfen zum Vorschein.

"Wir sind zum ersten Mal hier", erklärt Josef Hennemann, der Vorsitzende der Lebenshilfe in Erlangen-Höchstadt. "Wir haben für die Kinder verschiedene Stationen zum Hören, Sehen und Fühlen aufgebaut." Nicht nur Holzboxen, auch Tischflipper und Käsebretter stehen auf den Tischen der Lebenshilfe und werden von den Kleinsten am Weihersbach freudig bearbeitet.

Denn auch das gehört zum alljährlichen Ökofest: Die Vielfalt der Angebote. Die Naturschützer, die ihre umweltfreundlichen Lebensmittel und Kleider verkaufen, haben hier genauso ihren Platz, wie die Erlanger Tafel oder die Walddorfschule. 

"Es geht darum, Verantwortung zu tragen, auch sozial", erklärt Müller-Schimmel. "Wir wollen einfach ein Fest mit hoher Qualität bieten, auf dem sich jeder wohlfühlt."

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