Plastik gegen Polio

18.11.2015, 06:00 Uhr
Hendrik Seegebarth zeigt das Plakat zur Aktion: Er hofft, dass viele mitmachen.

Hendrik Seegebarth zeigt das Plakat zur Aktion: Er hofft, dass viele mitmachen. © André De Geare

„Ich habe von der Aktion kürzlich im Fernsehen erfahren“, erzählt Seegebarth. Es ging um eine Initiative, die Plastikdeckel aller Art sammelt und an Wiederverwerter verkauft. Aus dem Altmaterial werden neue Deckel hergestellt. Für den Erlös können Impfungen gegen Polio, also Kinderlähmung, finanziert werden.

Spontan hat sich der 73-jährige Herzogenauracher angesprochen gefühlt. Er nahm Kontakt zu dem Nürnberger Verein „Deckel drauf“ auf, die für das bundesweite Projekt verantwortlich ist. „Durch die Sammlung von Kunststoffdeckeln aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) und mit dem anschließenden Verkaufserlös werden gemeinnützige sowie mildtätige Projekte unterstützt“, heißt es auf der Homepage des Vereins (www.deckel-gegen-polio.de)

Begeistert von der Idee hat sich Hendrik Seegebarth daran gemacht, auch in Herzogenaurach Sammelkästen aufzustellen. „Bei teleprofi Scholian in der Goethestraße und in der Carl-Platz-Schule stehen schon welche“, freut sich Hendrik Seegebarth. Er hat auch schon ausgerechnet, wie viele Plastikdeckel ungefähr in einen normalen Schuhkarton passen: 500 Stück. Und das würde genau für ein Impfung ausreichen.

Gerne würde Hendrik Seegebarth nun noch mehr Kisten aufstellen, in Geschäften, Institutionen, Schulen und Kindergärten. Er betont: „Dort, wo ich die Kartons hinstellen kann, entsteht für niemanden ein Mehraufwand.“ Der Herzogenauracher will regelmäßig selbst vorbeischauen, um zu leeren. In einem Zwischenbehälter kommen die gesammelten Deckel dann nach Nürnberg, wo sie weitertransportiert bzw. verwertet werden.

Der Kampf gegen Polio wird weltweit geführt und unter anderem von den Rotary Clubs unterstützt. Hendrik Seegebarth hat sich zwar schon telefonisch an den örtlichen Club gewandt, doch er legte jetzt schon einmal los mit seinem Engagement.

Polio gilt in Deutschland seit geraumer Zeit als ausgerottet, 2014 kam es unter anderem in Kamerun, Pakistan und Syrien zu deutlich erhöhten Infektionsraten. Die tückische Krankheit wird ausgelöst durch Polio-Viren, die das Rückenmark befallen. Schwere Lähmungserscheinungen sind die Folge, die bis zum Tod führen können.

Wer Deckelkisten aufstellen will, kann sich an Hendrik Seegebarth wenden, Tel. (0 91 32) 51 26.

Keine Kommentare