Röttenbacher Kläranlage auf dem neuesten Stand

8.9.2016, 08:02 Uhr
Bürgermeister Ludwig Wahl (r.) mit Abwassermeister Heinz Weber (l.) den Fachkräften für Abwassertechnik Genia Winkler und Markus Steinmetz begutachten die Röttenbacher Kläranlage. Dank Sanierung und Ausbau ist sie auf dem neuesten Stand und hat Kapazitäten auch für die Einwohner eines neuen Baugebiets.

© Fotos: Spörlein Bürgermeister Ludwig Wahl (r.) mit Abwassermeister Heinz Weber (l.) den Fachkräften für Abwassertechnik Genia Winkler und Markus Steinmetz begutachten die Röttenbacher Kläranlage. Dank Sanierung und Ausbau ist sie auf dem neuesten Stand und hat Kapazitäten auch für die Einwohner eines neuen Baugebiets.

Rund 840 000 Euro hat die Gemeinde Röttenbach in den vergangenen Monaten in die Sanierung und den Ausbau des Klärwerks in der Verlängerung der Dechsendorfer Straße investiert. „Wir haben ganz ohne Zweifel Kapazitäten frei für ein neues Wohngebiet“, so Bürgermeister Ludwig Wahl bei einem Ortstermin im Klärwerk zusammen mit Abwassermeister Heinz Weber.

Erst jüngst, am 22. Juni 2016, habe sich ein Gutachter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) das Klärwerk angesehen, den Zustand der Anlage inspiziert, die Technik unter die Lupe genommen und Proben vom Einlauf und vom Auslauf der Kläranlage genommen, berichtete Weber. Das WWA attestierte daraufhin, dass die Anlage eine Kapazität von 12 000 Einwohnergleichwerten aufweise und damit problemlos gut 180 Kubikmeter Abwasser pro Stunde gereinigt werden könnten. Tatsächlich werden aktuell allerdings lediglich 115 Kubikmeter Abwasser pro Stunde registriert, was das Schreiben des WWA und des Gutachters belegen.

Vom neuen Leitstand aus lassen sich alle Funktionen der Kläranlage elektronisch überwachen.

Vom neuen Leitstand aus lassen sich alle Funktionen der Kläranlage elektronisch überwachen.

Man sei mit der Anlage, so Weber, nach diversen Investitionen „auf dem neuesten Stand der Technik“, will heißen, dass der Wirkungsgrad der Kläranlage nicht besser sein könnte, bei der momentanen Unterbelastung von rund 8500 Einwohngleichwerten. Prompt schöpfte Weber im Beisein seiner Kollegen Genia Winkler und Markus Steinmetz, ebenfalls Fachkräfte für Abwassertechnik, und Bürgermeister Wahl klares Wasser aus dem Becken, welches in den Vorfluter, also den Röttenbach, geleitet wird. „Will jemand ein Schlückchen nehmen“, fragte der Abwassermeister voller Überzeugungskraft. Nur so viel am Rande: In den Vormittagsstunden war keiner der Beteiligten wirklich durstig.

Die Kläranlage in Röttenbach besteht in dieser, wenn auch seinerzeit noch abgespeckten Form, seit 1971, erklärte Heinz Weber. In dieser Zeit sei immer wieder investiert worden, es habe sich dabei um Maßnahmen gehandelt, die bei jeder andern Anlage auch fällig werden. Jetzt jedoch musste die Kommune vergleichsweise kräftig in den Gemeindesäckel greifen.

Die Adelsdorfer Klärwerksexperten der Firma Messner verbauten neuartige Plattenbelüfter, die Sauerstoff in das Belebungsbecken bringen, was auf rund 20 000 Euro kam. Ein Gebläse hierfür und ein weiteres Gebäude waren nötig, was 25 000 Euro kostete. Ein „Rechen“ samt Sandwäscher musste erneuert werden — 60 000 Euro mussten investiert werden. Ganz aktuell beschäftigt sich die ebenfalls in Adelsdorf ansässige Firma APP mit der Elektroleittechnik und dürfte, so die Einschätzung von Genia Winkler, bis Ende des Jahres komplett fertig sein. Dann könne man sämtliche Funktionen im Klärwerk und den Abwassereinrichtungen (Pumpen, Schieber, Überlaufbecken usw.) vom nagelneuen Leitstand aus überwachen, erklärte Abwassermeister Weber.

Keine Erhöhung

Sind die Arbeiten an der EDV-Technik einmal fertig, wird Röttenbach 280 000 Euro überweisen müssen. Die Stromanbindung inklusive Trafohaus, ergänzte Bürgermeister Wahl, habe zudem fast 300 000 Euro gekostet. „Und das, ohne an der Abwassergebührenschraube zu drehen“, betonte Wahl, denn Röttenbach sei mit aktuell 2,68 Euro Abwassergebühr (gemessen an der entnommenen Menge Frischwasser) längst nicht Spitzenreiter im Landkreis. Die Gemeinde Marloffstein etwa erhebe 3,15 Euro pro Kubikmeter, belegte Heinz Weber.

Man müsse also keine Befürchtungen haben, wenn ein neues Wohngebiet entstehe, welches natürlich im Trennsystem entwässert werde. Das bedeutet: Schmutzwasser und Oberflächenwässer werden getrennt entsorgt, das Oberflächenwasser in naturbelassenen Rückhaltebecken mit Überlauf fließen in den Röttenbach, das Schmutzwasser in die Kläranlage. „Kein Thema also, und hydraulisch sind die Kanäle auch geprüft und auf dem Stand der Dinge“, betonte Wahl, der auch noch von „Zisternenprogrammen“ für Röttenbach sprach, und davon, dass die Röttenbacher Kläranlage technisch und biologisch auf dem neuesten Stand sei. Mit Blaualgen im nahen Dechsendorfer Weiher würden die Röttenbacher Abwässer nichts zu tun haben.

 

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