Seeland Oberreichenbach: Neue Perspektive am Horizont

1.2.2021, 08:00 Uhr
Das Seeland-Areal inmitten der westlichen Wohnbaugebiete Oberreichenbachs. Über das Gewerbegebiet ist nun ein Wohnbebauungsplan gelegt worden.

Das Seeland-Areal inmitten der westlichen Wohnbaugebiete Oberreichenbachs. Über das Gewerbegebiet ist nun ein Wohnbebauungsplan gelegt worden. © Foto: Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung

Damit dürfte die langfristige Zukunft des Areals klar sein: Für den bestehenden Gebäudekomplex gibt es zwar Bestandsschutz. Das heißt, Eigentümer Florian Kesselring aus Langenzenn kann weiter seine Produkte lagern und Räume auch weiter gewerblich vermieten. Kesselring betreibt hier ein Lager für Leuchtmittel.

Was künftig nicht mehr möglich sein wird: größere bauliche Veränderungen vorzunehmen, etwa Hallen abzureißen und neu zu errichten. Dann nämlich würde der Bebauungsplan greifen, der Wohnbebauung vorschreibt.

Die Gemeinde möchte mit diesem Vorgehen dafür sorgen, dass der Westen Oberreichenbachs langfristig städtebaulich neu geordnet werden kann. Insbesondere ist hier natürlich an Wohnbebauung gedacht.

Wunschplanung

Eigentlich hatte die Gemeinde das Gelände vor Jahren selbst erwerben wollen, als es zur Versteigerung anstand. Als Grundstücksbesitzerin wollte sie eine tragfähige Zukunftslösung herbeiführen, die Wunschplanung sah den Abriss des historischen Industriekomplexes und anschließende Wohnbebauung vor.

Schmerzgrenze war erreicht

Zweimal war die Gemeinde bei den Versteigerungen der einzige Bieter, doch zu einem Kaufvertrag kam es nicht. Beim dritten Termin, im Januar 2019, kam dann Florian Kesselring als weiterer Bieter dazu, der die Gemeinde überbot. Für 986 000 Euro ging der über zwei Hektar große Komplex an den Unternehmer. Der Betrag lag 1000 Euro über der "Schmerzgrenze" der Gemeinde.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die ersten Überlegungen für einen (Wohn-)Bebauungsplan erfolgt, und sie wurden dann auch weitergeführt.

Für den Eigentümer des Areals ist der neue Bebauungsplan sicher kein Nachteil, so argumentiert Bürgermeister Klaus Hacker. Mit der Umwidmung zum Wohngebiet sei nämlich sehr sicher eine Wertsteigerung verbunden.

Immer wieder genutzt

Der Gewerbebau war Anfang der 1950er Jahre erbaut worden als Weberei. Als die Textilfirma Seeland 1981 Insolvenz anmeldete, stand das Gebäude zunächst leer und wurde dann immer wieder kurz- oder längerfristig genutzt: Puma, Riegelein, INA, MaBo, FPA-Services und Pololo sind da nur einige Namen.

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