Sonntag, 08.12.2019

|

TS-Handballerinnen zeigen die beste Leistung der Saison

Herzogenauracherinnen boten dem Tabellenführer Fritzlar lange Paroli. - 25.11.2019 06:48 Uhr

Mit der Defensive der Herzogenauracherinnen kamen die routinierten Spielerinnen aus Fritzlar lange nicht zurecht. Dann aber siegte ihre Routine.


Dies eher glücklich als souverän. Das hessische Team wurde nur mit enormer Routine und physischer Überlegenheit seiner Favoritenrolle gerecht. Dies war sicher das Verdienst der Gastgeberinnen, die an diesem Tage ihre beste Saisonleistung gezeigt haben. Schon die für Fritzlar so nicht erwartete 3-2-1- Abwehr der TSH brachte den Gegner fast 30 Minuten lang aus dem Konzept, ein Defensivsystem, welches nicht nur extrem hohe körperliche Bereitschaft abverlangt, sondern an sich auch über einen längeren Zeitraum einstudiert werden muss.

Hier haben alle Protagonisten voll überzeugen können, wobei ihnen auch die am Sonntag überragende Torfrau Milena Deppisch den nötigen Rückhalt gab. Wirklich großartig, wie sie sich auf die gegnerischen Würfe einzustellen verstand und über das ganze Spiel hinweg der Defensive Sicherheit vermitteln konnte.

Mit der "bissigen" Saskia Probst auf der vorgezogenen Position taten sich die Gäste derart schwer, eine spielerische Linie zu finden, dass die TS in der 8. Minute mit 4:0 in Front ging und nach 20 Minuten mit 8:4 führte. Dies obwohl man da bereits zwei Siebenmeter-Strafwürfe vergeben hatte.

Es waren diverse Einzelaktionen seitens des SV, welche eine frühe Vorentscheidung verhinderten, und es waren zunehmend die beiden Leistungsträgerinnen Lieber und Ahrend, welche es mit Einzelaktionen mühsam schafften, ihre Mannschaft im Spiel zu halten. Umgekehrt konnte Ottlo mit Leila Schneidereit eine Wechselspielerin aufbieten, welche nach längerer Verletzungspause ein eindrucksvolles Comeback sowohl in der Abwehr als auch offensiv gelang. Am Kreis war Kristin Lang mit ihrer körperlichen und spielerischen Präsenz ein ständiger Unruheherd im Zentrum der SV-Abwehr und meist nur durch Siebenmeter-Fouls zu bremsen.

Wo viel Licht, da gibt es bekanntlich auch Schatten, und so waren es schon vor der Pause einige viel zu schnelle Wurfversuche, welche es der SV überhaupt ermöglichten dran zu bleiben. Leider waren es fast identische Probleme, die nach dem Seitenwechsel Fritzlar innerhalb von nur fünf Sekunden den Ausgleich ermöglichten, doch wo die TSH bei derartigen Ergebniswendungen sonst schnell verzagte, blieben die Köpfe oben und in einer zunehmend kampfbetonten Partie blieben sie auch weiterhin immer noch mit ein-zwei Toren in Front, ehe Fritzlar in der 48. Minute erstmals mit 14:13 die Führung übernehmen konnte.

Gerade in dieser Phase musste das Ottlo- Team zwei Zeitstrafen gleichzeitig verkraften, was vom erfahrenen Gegner bei der Überzahl Sechs gegen Vier natürlich "bestraft" wurde, der auf 17:13 in Front ging. Eindrucksvoll aber auch jetzt die Reaktion der TSH, die unverändert mit riesigem Engagement die Begegnung offen halten konnte und in der 54. Minute unter dem großen Jubel der knapp 200 Zuschauer den Ausgleich zum 17:17 schaffte. Fast schon tragisch, dass man sich neuerlich in der verbliebenen Spielzeit exakt jene leichtfertigen Ballverluste leistete, welche schon eine frühe Vorentscheidung verhindert hatten. Darauf konnte sich das Gästeteam "verlassen" und nutzte ihrerseits die leichten Ballgewinne eiskalt zum 21:17 Erfolg aus.

Es war in der Endphase quasi eine Begegnung Fritzlar gegen Lisa Neumann, von der allerdings erst in der Endphase die größte Torgefahr ausging, gerade hier fehlte es etwas an konstruktiver Ballverantwortung der Nebenleute. Und damit sind sicherlich nicht die beiden blutjungen Maxime Luber und Vanessa Heinrich (beide Jahrgang 2002) gemeint, die durchweg einen prima Eindruck auf den Flügeln der Heimmannschaft hinterließen. Mit dieser bravurösen Leistung wird die TSH mit dem Abstieg kaum etwas zu tun bekommen, sollte man in den nächsten Begegnungen auch entsprechend punkten können, zumal man auch die eigenen Fans wieder zu begeistern verstand.

Fritzlars Trainer Constantin Cojocar zeigte sich wenig überrascht: "Ich habe schon vorher gesagt dass die TS deutlich besser ist, als es der Tabellenplatz hergibt.".

Andy Ottlo: "Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, denn es war großartig, wie wir uns über das Spiel hinweg aufbauend mit einer guten Abwehr präsentiert haben. Allein die Wurfqualität muss ich beanstanden".

TSH: Deppisch ( Tor); Luber 1 Tor, Heinrich 1, Brockschmidt 5/1, Probst 4/1, Scheidereit 2, Lichtscheidel, Lang 1, Theobald, Neumann 3, Sandner und Heinrich

VOLKER SCHNELLER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Herzogenaurach