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Montag, 21.10.2019

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Über 200 Schüler bei "Fridays For Future" in Herzogenaurach

Eindringliche Appelle und witzige Sprüche - 15.03.2019 17:12 Uhr

Über 200 Schülerinnen und Schüler demonstrierten am Marktplatz für eine offensivere und nachhaltige Klimapolitik. © Foto: Huber


Insgesamt schätzten die Organisatoren die Zahl der Demonstranten sogar auf etwa 250, zählt man die erwachsenen Teilnehmer und Schaulustigen mit. Thilo Schaufler, einer der Initiatoren der Herzogenauracher Bewegung, wertete diese Zahl als großen Erfolg und meinte: "Wahnsinn, was sich da in den letzten Monaten bewegt hat."

Der Herzogenauracher David Niewelt dankte den Schüler für ihr Kommen. Hinten (schwarzes Shirt) ist Hauptinitiator Thilo Schaufler zu sehen. © Foto: Huber


Seinen Ausgangspunkt nahm der Protestzug um 13 Uhr, also nach dem Vormittagsunterricht, am Gymnasium. Zunächst zogen die Schüler durch den Weihersbach bis zur Realschule, damit sich dort noch eine kleine Gruppe einreihen konnte. Am Brunnen wurde eine kleine Pause gemacht, um noch ein paar Protestsprüche einzuüben. So etwa "Wer nicht hüpft, der ist für Kohle" oder "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut."

Die Polizei sperrte den Weg über die Hans-Maier-Straße, so dass die Schüler zum Kuwe-Steg laufen konnten. Von dort ging es über die Aurach und dann hinauf zum Marktplatz, wo bereits weitere Schüler warteten. Viele Protestplakate waren gemalt worden, mit originiellen Sprüchen wie "Die Dinos dachten auch, sie hätten Zeit" oder angesichts des drohenden Anstiegs der Weltmeere: "March now, swim later" (Marschiere jetzt, schwimme später).

Montessori motivierte

Schüler aus dem Gymnasium, der Realschule, der Mittelschule, dem Liebfrauenhaus und auch der Montessori-Schule nahmen teil. Letztere wurde gesondert erwähnt, weil Montessori-Schüler mit ihren Lehrern schon vor zwei Wochen eine eigene "Fridays For Future"-Demostration am Marktplatz abgehalten hatten. "Das hat uns motiviert, noch mehr daraus zu machen," lobte Thilo Schaufler.

Thilo Schaufler und David Komann (beide haben am Herzogenauracher Gymnasium Abitur gemacht) ließen keinen Zweifel daran, dass es bei den Protesten um zweierlei geht. Zum einen natürlich darum, den Druck auf die Politik zu erhöhen, um wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu unternehmen. Zum anderen aber auch darum, sich selbst verstärkt damit zu befassen, was der Einzelne für die Umwelt tun kann. Der Student David Komann, der wie auch Gymnasiast Daniel Jacoby zum vierköpfigen Organisationsteam gehört, meinte selbstkritisch: "Ich bin jetzt 27 Jahre alt und schäme mich, dass ich mich erst seit zwei Jahren für das Thema interessiere." Die Schüler könnten stolz sein, nun schon den ersten Schritt zu mehr Engagement getan zu haben.

Bei diesem Engagement gehe es nicht ums Schwänzen, so Thilo Schaufler, genau deswegen habe man in Herzogenaurach die Demonstration auf 13 Uhr gelegt.

Das lobte ausdrücklich auch der Schulleiter des Liebfrauenhauses, Michael Richter, der zu den Schülern sprach. "Respekt, dass ihr da seid. Es ist wichtig, sich zu engagieren."

Gemeinsame Initiative?

Richter schlug vor, in den nächsten Monaten gemeinsam mit allen Schulen etwas auf die Beine zu stellen. Falls das gewünscht sei, sei er bereit, die Initiative zu ergreifen. Neben dem Demonstrieren müsse es dann auch um Informieren gehen, eventuell im schulischen Rahmen. Die Idee wurde mit Applaus aufgenommen. Einigen Missmut ernteten Vertreter des Bund Naturschutz, die auf Einladung Grußworte sprachen. Manche Teilnehmer meinten hinterher, dass das Umweltanliegen in diesem Falle die Jugendlichen auch alleine formulieren sollten. Werbung für den Bund Naturschutz sei da fehl am Platz.

Wann die nächsten FFF-Demonstrationen stattfinden, steht noch nicht fest. In den nächsten zwei Wochen sicher nicht, so das Organisationsteam. Wie es dann weitergeht, müsse noch besprochen werden.

Matthias Kronau Redaktion Herzogenaurach E-Mail

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