Mittwoch, 26.02.2020

|

Wachenroth: Verunsicherte Waldbauern suchen Rat

Klimabedingte Baumschäden treffen die Privatwaldbesitzer hart. Es gab Rekordandrang bei einer Informationsveranstaltung. Klimabedingte Baumschäden treffen die Privatwaldbesitzer hart. Es gab Rekordandrang bei einer Informationsveranstaltung. - 06.02.2020 14:00 Uhr

Großes Interesse mit Rekordzahl an Teilnehmern: Der Beratungsveranstaltung waren an die 100 Waldbauern gefolgt. Die Befürchtung, der Klimawandel werde wirtschaftliche Einbußen nach sich ziehen, ist immens. © Foto: Gerhard Hofmann


Was tun, wenn die Trockenheit die Bäume reihenweise absterben lässt? Und, wie es der erfahrene Förster Hofmann beschreibt, dürre Bäume plötzlich und unvermittelt abbrechen, die man bislang gefahrlos ein, zwei Jahre hatte stehen lassen können. Neue Gefahren für den Verkehr auf Straßen, die durch Wälder führen, und für Waldarbeiter bei der Holzernte. Es gibt Reviere, sagt Hofmann im Gespräch mit der Redaktion, da werden wegen der Unfallgefahr keine Waldarbeiter mehr eingesetzt, sondern nur noch Maschinen.

Es trifft die Waldbesitzer jetzt heftig, so der Revierleiter, vor allem wirtschaftlich. Noch immer sind 80 Prozent der Bäume in den Forsten Fichten, Kiefern, Eichen oder Buchen. Diese vier Arten leiden besonders unter Erwärmung und Trockenheit.

Waldumbau ist nötig, aber dauert. Und was jetzt abstirbt, muss schnell gefällt und aufgearbeitet werden. Also gibt es jede Menge Holz auf dem Markt mit der Folge, dass die Preise in den Keller gehen.

Wer also seinen Wald bewirtschaften will, macht häufig die bittere Erfahrung, dass der Erlös des Holzes nicht einmal die Kosten für das Aufarbeiten deckt. Mit dem Erlös aus Frischholz, also gesunden Stämmen, kann man noch leben, formuliert es Gerhard Hofmann.

Wenn sich aber von vermeintlich guten Fichtenstämmen kaum gefällt, die Rinde löst, weil der vom Klima profitierende Borkenkäfer darunter gewirkt hat, dann sei aus so einer Fichte, die eigentlich bei entsprechendem Stammdurchmesser 60 Euro pro Festmeter bringen könnte, plötzich Borkenkäferholz geworden. Preis: etwa 25 Euro der Festmeter, was alleine das Aufarbeiten koste.

Die Kiefer liege preislich im Schnitt noch etwa 20 Euro unter diesen Festmeterpreisen. Es gebe natürlich auch Forstfachleute, die die These vertreten, am besten sei gar keine Waldbewirtschaftung mehr und das Setzen auf den natürlichen Wandel. Aber, sagt Hofmann, solche Wälder würden dann auch als Erholungsräume ausfallen: "Da traust du nicht nicht mehr rein." Von den Interessen der Waldbauern ganz zu schweigen.

So traf sich ein Rekord-Auditorium am Mühlhausener Friedhof mit der Forstanwärterin Laura Wasner, Hofmann und Thomas Speth, dem Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Erlangen-Höchstadt, um in einen nahegelegenen Kiefernbestand zu fahren. Der Ansturm an interessierten Waldbesitzern verlangte den Veranstaltern eine ordentliche Portion Spontanität und Improvisationsvermögen ab.

Im Wald angekommen wurden drei Gruppen gebildet, die in Rotation drei Stationen besuchten. Der erste Themenkomplex bestand aus den Punkten Klima, Waldschutz und Sicherheit, welcher von Forstanwärterin Laura Wasner vorgetragen wurde. Als zweites referierte Thomas Speth über Holzmarkt, -verwendung und –verwertung.

An Station drei erläuterte Revierleiter Gerhard Hofmann die Wiederaufforstung von Schadflächen samt Fördermöglichkeiten. Alle Waldbesitzer hörten gespannt zu und stellten wissbegierig Fragen. Nach knapp zwei Stunden war die Veranstaltung beendet und die Teilnehmer hatten noch die Möglichkeit in einer Abschlussrunde verschiedene Themen zu diskutieren. Der große Ansturm rührt in den Augen der Veranstalter von der Betroffenheit der Waldbesitzer und der Brisanz des Themas.

InfoGerhard Hofmann bietet abgesehen von derartigen Sammelberatungen gerne Einzelberatungen für interessierte Waldbesitzer an und hilft bei allen Fragen rund um den Wald.

WACHENROTH /MÜHLHAUSEN. Einen solchen Ansturm hat Gerhard Hofmann, langjähriger Leiter des Forstreviers Wachenroth, noch nicht bei einer Beratungsveranstaltung erlebt: Gut 100 Waldbesitzer wollten sich am vergangenen Freitag bei Mühlhausen Rat holen, wie sie mit den Schäden im Kiefernwald umgehen können. Ein Zeichen, sagt Hofmann, für die Verunsicherung der Privatwaldbesitzer angesichts klimabedingter Probleme, mit denen sie keinerlei Erfahrung haben.

Was tun, wenn die Trockenheit die Bäume reihenweise absterben lässt? Und, wie es der erfahrene Förster Hofmann beschreibt, dürre Bäume plötzlich und unvermittelt abbrechen, die man bislang gefahrlos ein, zwei Jahre hatte stehen lassen können. Neue Gefahren für den Verkehr auf Straßen, die durch Wälder führen, und für Waldarbeiter bei der Holzernte. Es gibt Reviere, sagt Hofmann im Gespräch mit der Redaktion, da werden wegen der Unfallgefahr keine Waldarbeiter mehr eingesetzt, sondern nur noch Maschinen.

Es trifft die Waldbesitzer jetzt heftig, so der Revierleiter, vor allem wirtschaftlich. Noch immer sind 80 Prozent der Bäume in den Forsten Fichten, Kiefern, Eichen oder Buchen. Diese vier Arten leiden besonders unter Erwärmung und Trockenheit.

Waldumbau ist nötig, aber dauert. Und was jetzt abstirbt, muss schnell gefällt und aufgearbeitet werden. Also gibt es jede Menge Holz auf dem Markt mit der Folge, dass die Preise in den Keller gehen.

Wer also seinen Wald bewirtschaften will, macht häufig die bittere Erfahrung, dass der Erlös des Holzes nicht einmal die Kosten für das Aufarbeiten deckt. Mit dem Erlös aus Frischholz, also gesunden Stämmen, kann man noch leben, formuliert es Gerhard Hofmann.

Wenn sich aber von vermeintlich guten Fichtenstämmen kaum gefällt, die Rinde löst, weil der vom Klima profitierende Borkenkäfer darunter gewirkt hat, dann sei aus so einer Fichte, die eigentlich bei entsprechendem Stammdurchmesser 60 Euro pro Festmeter bringen könnte, plötzich Borkenkäferholz geworden. Preis: etwa 25 Euro der Festmeter, was alleine das Aufarbeiten koste.

Die Kiefer liege preislich im Schnitt noch etwa 20 Euro unter diesen Festmeterpreisen. Es gebe natürlich auch Forstfachleute, die die These vertreten, am besten sei gar keine Waldbewirtschaftung mehr und das Setzen auf den natürlichen Wandel. Aber, sagt Hofmann, solche Wälder würden dann auch als Erholungsräume ausfallen: "Da traust du nicht nicht mehr rein." Von den Interessen der Waldbauern ganz zu schweigen.

So traf sich ein Rekord-Auditorium am Mühlhausener Friedhof mit der Forstanwärterin Laura Wasner, Hofmann und Thomas Speth, dem Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Erlangen-Höchstadt, um in einen nahegelegenen Kiefernbestand zu fahren. Der Ansturm an interessierten Waldbesitzern verlangte den Veranstaltern eine ordentliche Portion Spontanität und Improvisationsvermögen ab.

Im Wald angekommen wurden drei Gruppen gebildet, die in Rotation drei Stationen besuchten.

Der erste Themenkomplex bestand aus den Punkten Klima, Waldschutz und Sicherheit, welcher von Forstanwärterin Laura Wasner vorgetragen wurde. Als zweites referierte Thomas Speth über Holzmarkt, -verwendung und –verwertung.

An Station drei erläuterte Revierleiter Gerhard Hofmann die Wiederaufforstung von Schadflächen samt Fördermöglichkeiten. Alle Waldbesitzer hörten gespannt zu und stellten wissbegierig Fragen.

Nach knapp zwei Stunden war die Veranstaltung beendet und die Teilnehmer hatten noch die Möglichkeit in einer Abschlussrunde verschiedene Themen zu diskutieren. Der große Ansturm rührt in den Augen der Veranstalter von der Betroffenheit der Waldbesitzer und der Brisanz des Themas.

Info

Gerhard Hofmann bietet abgesehen von derartigen Sammelberatungen gerne Einzelberatungen für interessierte Waldbesitzer an und hilft bei allen Fragen rund um den Wald.

rg/was

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Mühlhausen, Wachenroth