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In Neuhaus geht es ans Aufräumen

Spezialgerät soll am Donnerstag stationiert werden - 03.06.2013 20:19 Uhr

Die Wucht, mit der die Felsbrocken herunterfielen, muss groß gewesen sein. Den Zaun vor einem der Häuser jedenfalls haben die Steine völlig verbogen. © dpa/Karmann


Am Montag legte sich der Erste Bürgermeister der Gemeinde Neuhaus, Josef Springer (CSU), gemeinsam mit dem Gutachter Professor Jörg Gründer aus Pyrbaum, Vertretern des staatlichen Bauamtes sowie Experten einer Spezialfirma aus Südtirol auf die weitere Vorgehensweise fest.

„Wir werden zunächst einmal einen Autokran mit einem Spezial-Ausleger anfordern, der Donnerstag in Neuhaus stationiert werden wird“, erklärt Springer auf NZ-Anfrage. Dieses Spezialgerät soll gleich mehrere Aufgaben erhalten: „Zum einen können der Gutachter und die Spezialisten von dem Auslger mit einem Korb direkt vor die Felswand gehoben werden, und sich noch einmal ein klares Bild von der Situation machen“, sagt Springer. Zum anderen wird der Kran benötigt, um die noch in der Felswand verbliebenen absturzgefährdeten Felsbrocken zu bergen.

Gutachter Gründer hat nach dem erneuten Besuch vor Ort keine Zweifel mehr daran, dass die jeweils gut einen Kubikmeter großen Felsen entfernt werden müssen. „Noch ist nicht ganz klar, ob der Kran das schafft“, gibt der Experte zu bedenken. „Andernfalls müssen die Blöcke wohl mit Stahlseilen und Maschendraht gesichert und schließlich in der Wand mit dem Presslufthammer zerkleinert werden.“

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Unabhängig von der Situation im Hang soll der Spezialkran noch Donnerstag die Felsbrocken entfernen, die jetzt die Staatsstraße nach Plech blockieren. Die Straße bleibt freilich auch weiterhin gesperrt, wohl mindestens noch weitere zwei Wochen, wie Büergermeister Springer schätzt. Wann die Anwohner wieder in ihre Häuser zeihen können, sei weiterhin unklar.

Um die Gebäude und die Baustelle vor weiteren Abgängen zu schützen, wird die Häuserfront in der Plecher Straße mit einem Prallschutz versehen. Karl-Heinz Sirtl, stellvertretender Behördenleiter des staatlichen Bauamtes Erlangen–Nürnberg erläutert die Funktionsweise: „Dabei handelt es sich um sogenannte „Big Packs“, also Gewebesäcke, die vor Ort vom THW mit Sand gefüllt werden und dann etwa einen Kubikmeter Umfang erreichen.“ Diese überdimensionierten Sandsäcke werden in zwei Reihen auf der Plecher Straße errichtet werden. Dann kann mit den Abbrucharbeiten im Felshang und an der Abrisskante begonnen werden.

Sebastian Linstädt

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