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Kammerstein: Heidenberg als Schlüssel zu sanftem Tourismus

Der Berg soll zum Anziehungspunkt für Touristen werden - 02.02.2020 17:16 Uhr

Bürgermeister-Kandidat Wolfram Göll (l.) und der frühere Kammersteiner Pfarrer Martin Bek-Baier (r.) am sagenumwobenen Luderloch im Heidenberg. © fkn


Er gehört zwar überwiegend nicht zum Gebiet der Gemeinde Kammerstein, sondern ist als Bannwald zum größten Teil ausgegliedert. Dennoch ist er ein Pfund, mit dem Kammerstein vor allem touristisch ausgesprochen gut wuchern könnte. Der Heidenberg befindet sich nach Meinung von CSU-Bürgermeisterkandidat Wolfram Göll in dieser Hinsicht gegenwärtig jedoch eher in einer Art Dornröschenschlaf. Daraus will ihn Göll aufwecken, wenn er zum Bürgermeister der Gemeinde Kammerstein gewählt werden sollte. "Mir ist es wichtig, Wald-Umbau und Jagd hier für die Bürger der Region transparent zu machen sowie dessen Bedeutung für den Naturschutz zu erklären", so Wolfram Göll.

Zugleich soll dadurch auch mehr sanfter Tourismus entstehen: Wandern, sich informieren, Staunen, gut Essen und Trinken. Der Heidenberg als Kreuzungspunkt historischer Handelsstraßen von West nach Ost und Nord nach Süd biete hier zahlreiche Anknüpfungspunkte. Denn der zwölf Quadratkilometer große bewaldete Höhenzug zwischen Kammerstein, Kühedorf und Ungerthal ist nicht nur ein Naherholungsgebiet der Extraklasse, das schon heute zu vielen "Outdoor"-Aktivitäten einlädt. In dem teilweise geheimnisvoll und märchenhaft anmutenden Forst erwarten Wanderer auf dem "Sagenweg" auch allerlei Mythen und Schauergeschichten.

Liegt hier der Hunnenkönig Attila?

Auf 22 Tafeln entlang eines 14 Kilometer-Rundwegs erfährt der Wanderer spannende Geschichten aus der Region: Angeblich liegt Hunnenkönig Attila hier begraben, Herzog Ernst als Gegenspieler der Hunnen soll bei Kühedorf den Tod gefunden haben und auf der Ofenplatte werden angeblich Teufel beschworen. Einer der mysteriösesten Orte des Sagenwegs ist das "Luderloch", ein Eingang zu einem heute verschütteten Gang, dessen einstige Funktion nicht mehr bekannt ist. Die bekannteste Sage um einen Schatz im Heidenberg verweist auf das "Luderloch". Anfang der 1990er Jahre hat es der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer gemeinsam mit dem verstorbenen Karl Lehner auf eigene Initiative ehrenamtlich freigelegt. Martin Bek-Baier, ehemaliger evangelischer Pfarrer in Kammerstein, war es, der den Sagenweg 1999 gemeinsam mit der Gemeinde aus der Taufe gehoben hat. Büchenbach, Schwabach und der Freistaat Bayern beteiligten sich an der Finanzierung.

Seit 1999 findet im Heidenberg auch ein "Sagenfest" statt, dessen Leitung Bek-Baier bis 2016 inne hatte. Kein Wunder also, dass sich Wolfram Göll mit dem Sagenweg-Experten traf, um die Potentiale entlang der mystischen Wanderstrecke auszuloten. Dabei vereinbarten sie weitere Termine: Um zum Experten der historischen Welt des Heidenberg zu werden, will Wolfram Göll sich von Pfarrer Martin Bek-Baier zum "Sagenweg-Führer" ausbilden lassen.

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