Fassade und Fenster sind noch gut

Keine energetische Sanierung für die Landwirtschaftsschule

16.7.2021, 11:51 Uhr
Der Schulausschuss des Kreistages hat sich einstimmig gegen eine weitere  energetische Sanierung der Landwirtschaftsschule ausgesprochen. Der Zustand von  Fenstern und Fassade ist zu gut, um da jetzt schon aktiv zu werden. Außerdem  würde es nur eine sehr geringe Förderung geben.

Der Schulausschuss des Kreistages hat sich einstimmig gegen eine weitere energetische Sanierung der Landwirtschaftsschule ausgesprochen. Der Zustand von Fenstern und Fassade ist zu gut, um da jetzt schon aktiv zu werden. Außerdem würde es nur eine sehr geringe Förderung geben. © Rainer Heubeck, NN

Im Schulausschuss im Mai war die Stimmung noch eine ganz andere. Da gingen die Wortmeldungen der Kreisräte allesamt in die Richtung, die energetische Sanierung auch gleich zu machen.

Das hatte auch damit zu tun, dass die vorgesehene 1,2 Millionen Euro teure Teilsanierung (neben neuen Kochkojen geht es auch um eine Asbestsanierung, den Austausch von Leitungen und der Lüftungsanlage) nicht förderfähig wäre. In Kombination mit der energetischen Sanierung, die vermutlich rund 950.000 Euro gekostet hätte, wäre eine Förderung allerdings möglich gewesen – wenn auch nur in Höhe von etwa 30 Prozent.

Thomas Schaffrath von der Kreisverwaltung zeigte im Schulausschuss auf, warum die energetische Sanierung dennoch wenig Sinn macht. Die Fassade sei in einem sehr guten Zustand, die Fenster wurden in den 90er-Jahren ausgetauscht, vor knapp zehn Jahren hat man zudem eine Geschossdeckendämmung installiert. Die Fenster entsprechen zwar nicht den heute üblichen Standards, seien aber noch gut in Schuss.

390 Jahre bis zur Amortisierung

Der Leiter der Hochbauabteilung im Landratsamt hat spaßeshalber einmal ausgerechnet, dass es 390 Jahre dauern würde, bis sich die Investition durch eingesparte Heizkosten amortisiert. Die Preisexplosion auf dem Bau einerseits und die geringe Förderquote (bei anderen energetischen Maßnahmen gab es meist 80 Prozent) andrerseits bewirken, dass das Vorhaben wirtschaftlich kaum darstellbar ist.

Abgesehen davon würde man intakte Fenster austauschen und somit jede Menge unnötigen Abfall produzieren, erläuterte der Vertreter der Verwaltung. Möglicherweise könne man das Vorhaben in ein paar Jahren angehen, wenn die Fenster in einem schlechteren Zustand sind und es eine bessere Förderung gibt, stellte Landrat Manuel Westphal in Aussicht.

Überzeugungsarbeit musste der Landrat aber gar nicht mehr leisten. Die Kreisräte waren nach Schaffraths Präsentation schon ganz auf der Linie, hier nicht tätig werden zu wollen. Selbst Dr. Werner Winter (Freie Wähler) räumte ein: „Wir könnten CO2 einsparen. Aber sicher nicht viel.“ Reinhard Ebert (ÖDP) pflichtete bei: „Das ist nicht verantwortbar. Das Gebäude ist noch zu gut.“ Alexander Höhn und Matthias Strauß (beide CSU) bedankten sich ausdrücklich für die Aufstellung der Verwaltung. Damit habe man klare Argumente, warum die Investition keinen Sinn macht. Strauß: Wir können mit dem Geld an anderer Stelle viel mehr CO2 einsparen.“

Eine Teilsanierung

Die Maßnahme an der Landwirtschaftsschule beschäftigt die Kreispolitik nun schon geraume Zeit. Im vergangenen Jahr ploppte die Erneuerung der Lehrküche erstmals als Thema auf. Da gab es noch deutliche Kritik an den Kosten. Inzwischen wurde das Vorhaben umbenannt in „Teilsanierung der Landwirtschaftsschule“ und man hat klar gemacht, dass es nicht nur darum geht, die Kochkojen auszutauschen. Vielmehr braucht es eine Asbestsanierung von Wänden und Decken, 60 Jahre alte Leitungen müssen ausgetauscht werden, es braucht ordentliche Umkleiden, die Lüftungsanlage taugt nicht mehr usw.

Den Beschluss vom Mai hat der Schulausschuss nun nochmals bekräftigt. Die Verwaltung hat den klaren Auftrag die Teilsanierung umzusetzen.

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