Klares Hygienekonzept: Consumenta als Zugpferd im Messeherbst

2.9.2020, 06:00 Uhr

Erwartungsvoll blicken Messefachleute in diesen Tagen vor allem nach Düsseldorf: Als erste große Messe nach dem Lockdown geht dort an diesem Donnerstag der Caravan-Salon an den Start. Eine Art Leitmesse - für die Fachwelt wie das breite Publikum. Das Interesse ist enorm, schließlich erlebte das Campen in diesem Jahr einen besonderen Boom. Natürlich gelten auch in den Hallen am Rhein die einschlägigen Infektionsvorkehrungen. Und von den praktischen Erfahrungen hoffen auch die Nürnberger noch zu profitieren.


Klares Hygienekonzept: Consumenta als Zugpferd im Messeherbst


Denn noch liegt das Messe-Areal in Neuselsbrunn zumindest halb im Dornröschenschlaf. Viele Mitarbeiter sind noch in Kurzarbeit, andere im Homeoffice. Aber ganz verwaist war das Gelände nie: Neben diversen Reparatur- und sonstigen Arbeiten wurden einige Hallen zum Beispiel für Hochschul-Prüfungen genutzt, berichtet Geschäftsführer Peter Ottmann. Bis allerdings tatsächlich wieder deutlich mehr Leben einzieht, wird es noch eine Weile dauern.

Die demnächst anstehenden Fachmessen itsa und FeuerTrutz sind noch als Online-Branchentreffen konzipiert, erst Mitte Oktober gibt es auch in Nürnberg wieder „klassische“ Messen mit Ausstellern und Kundschaft, so die BrauBeviale, für die gegenwärtig drei Hallen vorgesehen sind – parallel zu einer Online-Plattform. Über die digitalen Kanäle habe sich mehr erreichen lassen als gedacht, fasst Ottmann die jüngeren Erfahrungen zusammen. Aber vor allem wenn es um neue Zielgruppen und den Aufbau von Vertrauen und das Überzeugen geht, sei eben der direkte Kontakt nicht zu ersetzen.


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Das gilt allzumal für die Nürnberger Consumenta als größte Verbrauchermesse in Nordbayern. Sie soll das Publikum – als größte Veranstaltung in der NürnbergMesse in diesem Herbst – vom 24. Oktober bis zum 1. November in neun Hallen mit ebenso vertrauten wie neuen Angeboten locken. „Sie wird etwas anders aussehen, aber mit einem abwechslungsreichen Programm rund ums Bauen, Wohnen, Haushalt, Mode und regionalen Genuss das bekannte Spektrum abdecken“, verspricht Henning Könicke, einer der beiden Geschäftsführer der Ausstellungsgesellschaft Afag. Mit seinem Cousin Thilo hatte er bereits mitten in der Lockdown-Zeit den eisernen Entschluss gefasst, die Publikumsmesse unbedingt auf die Beine zu stellen.

Statt Kurzarbeit anzumelden, krempelte man bei der Afag die Ärmel hoch, machte sich, wie die ganze Branche, eifrig daran, umfassende Hygiene- und Sicherheitskonzepte auszuarbeiten – um schließlich die Politik davon zu überzeugen, dass nicht nur Fach-, sondern auch Publikumsmessen mit klaren Regelungen und geordneten Strukturen „nichts gemein haben mit konfusen Großveranstaltungen“, wie Dietmar Eiden vom Afag-Partner Fleet Events sagt, der diesmal wieder die Sonderpräsentation „Eat & Style“ beisteuert.

So sehen die Eckpunkte aus: Natürlich gelten die aus dem Alltag auch sonst bekannten Abstands- und Hygienevorgaben, einschließlich Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz ist allerdings überall dort entbehrlich, wo (auch Steh-)Tische zum Verweilen einladen, so in den Gastrobereichen, aber auch bei Beratungsgesprächen, wobei jeweils die Namen zu erfassen sind. Außerdem lädt ein großer Messepark im Freien zur Masken-Pause (und Erlebnissen) ein.


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Generell werden zur Kontaktverfolgung erstmals sämtliche Besucher registriert; beim empfohlenen Erwerb von Online-Tickets erfolgt das ohnehin automatisch – diesen Weg hatten schon im Vorjahr mehr als zwei Drittel aller Besucher gewählt, zumal sich so Wartezeiten vor den Eingangskassen umgehen lassen. „Dennoch können selbstverständlich Tickets auch vor Ort erworben und die Kontaktdaten erfasst werden“, versichert Könicke.

Um allzu großes Gedränge zu vermeiden, werden in besonders beliebten Bereichen die Gänge verbreitert und zusätzliche Aufenthaltsbereiche eingerichtet. Insgesamt dürfen sich, verteilt auf alle Hallen, gleichzeitig bis zu 10.000 Besucher auf der Consumenta aufhalten – eine Schwelle unter dem offiziell zulässigen Wert, der allerdings seit Jahren ohnehin nicht erreicht wurde. Ein „Einbahnsystem“ gilt als nicht praktikabel.

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