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Kommentar: Silvesterfeuerwerk hat noch immer Berechtigung

"Das Klima kratzt es nicht, wenn Papa mit den Kindern ein paar Böller zündet" - 05.12.2019 09:07 Uhr

Die Böllerei ist nur eines von vielen Dingen, die gefährlich werden können, wenn man nicht ein paar Regeln beachtet, findet Nordbayern-Redakteur Dominik Mayer. © Messelhäußer


Ist es sinnvoll, dass Menschen Leuchtraketen und kleine Sprengkörper – nichts anderes sind Böller – kaufen, um in der Silvesternacht ganze Städte in Rauchschwaden zu hüllen und ihr Trommelfell einem intensiven Stresstest zu unterziehen? Wahrscheinlich nicht. Muss man das Feuerwerk deshalb verbieten? Nein.

Weil nicht alles, was erlaubt ist, immer streng rationalen Maßstäben genügen muss. Sonst müssten wir auch ernsthaft über ein Verbot von Christbäumen nachdenken. Schließlich ist es auch nicht so richtig vernünftig, jedes Jahr Millionen junger Tannenbäume nur deshalb zu fällen, weil wir einen Nadelbaum im Wohnzimmer zur Weihnachtszeit irgendwie nett finden. Aber es ist ein liebgewonnener Brauch, den – völlig zu Recht – niemand infrage stellt.


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Doch das Silvesterfeuerwerk hat ein weit schlechteres Image. Gefährlich, unnötig, umweltschädlich – so argumentieren die vermeintlichen Gralshüter der Vernunft. Dabei ist die Böllerei nur eines von vielen Dingen, die gefährlich werden können, wenn man nicht ein paar Regeln beachtet. Ohne ein wenig Eigenverantwortung geht es eben nicht.

Feinstaubbelastung nur kurz erhöht

Und um privates Feuerwerk aus Umweltgründen verbieten zu wollen, muss man schon recht fundamentalistisch veranlagt sein. In der Schweiz hat man ausgerechnet, welchen Anteil das Abbrennen von Feuerwerkskörpern am CO2-Ausstoß des Landes hat. Ergebnis: 0,0002 Prozent. Das Klima kratzt es also nicht, wenn Papa mit seinen Kindern zum Jahresausklang mal ein paar Böller zündet.


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Nur die Feinstaubbelastung, die ist tatsächlich hoch. Allerdings nur kurz, schon nach einigen Stunden normalisieren sich die Werte wieder. Und würden all jene, die jetzt das Feuerwerk dämonisieren, im Jahr 2020 öfter mal darauf verzichten, die Kleinen mit dem SUV in die Kita zu fahren, wäre der Luftqualität mehr geholfen.

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