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Kräuter und Badesalz: Bayern hat die meisten Drogentoten

321 Menschen starben 2016 durch Substanzmissbrauch im Freistaat - 08.05.2017 14:19 Uhr

321 Menschen sind im vergangenen Jahr in Bayern an den Folgen von Drogen gestorben. Das sind sieben mehr als im Vorjahr und im Vergleich der Bundesländer die meisten Menschen, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung hervorgeht. In bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl mit 204 deutlich darunter.

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Auf die Bevölkerungsanzahl umgerechnet ist Bayern aber nicht das Land mit den meisten Drogentoten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mehr Menschen, die an Drogen starben.

"Der Anstieg der Zahl der Drogentoten in Bayern und in ganz Deutschland ist besorgniserregend", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Der Freistaat Bayern investiert zwar bereits rund sieben Millionen Euro im Jahr für Maßnahmen zur Suchtprävention und Suchthilfe. Aber der Kampf gegen Drogen muss weiter verstärkt werden."

Das gelte vor allem für den deutlichen Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit "Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS)", so die Ministerin. Bei diesen als "Legal Highs" bezeichneten Stoffen handelt es sich etwa um Kräutermischungen, Badesalze oder Reinigungsmittel, die berauschende Wirkung haben können. "Das bayerische Gesundheitsministerium prüft deshalb, mit welchen zusätzlichen Schritten wir diesem Trend entgegenwirken können", sagte Huml.

Bayern setze auf verschiedene Maßnahmen, um gegen Drogensucht anzukämpfen. Zum einen unterstütze der Freistaat rund 180 ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke. In den meisten Drogenschwerpunkten könnten Abhängige außerdem Kontaktläden und Notschlafstellen aufsuchen, so die Ministerin. Zusätzlich finanziere Bayern zahlreiche Aufklärungsprojekte für junge Leute.

Deutschlandweit stieg die Zahl der Drogentoten um 107 auf 1333. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent. Haupttodesursache war den Angaben zufolge eine Überdosis. Darüber hinaus führten entweder Langzeitfolgen zum Tod oder Unfälle und Suizide im Rausch. Unverändert ist Heroin die Ursache der meisten Todesfälle.

dpa

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