Freitag, 13.12.2019

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Möbel und Wärme aus heimischem Holz

Damit im Wald nichts verrottet: «Initiativkreis Holz aus der Frankenalb« - 04.11.2008

Als Team seit zehn Jahren erfolgreich mit heimischer Ware: Der «Initiativkreis Holz aus der Frankenalb». © privat


Vor zehn Jahren haben sich die «Möbelmacher« mit Fachleuten anderer Branchen - Bauen, Architektur, Sägewerk, Heizungsbauer und der Forstbetriebsgemeinschaft im Nürnberger Land zum «Initiativkreis Holz aus der Frankenalb« zusammengeschlossen. «Die Grundidee war, Holz zu verstromen«, erzählt Herwig Danzer im NZ-Gespräch. Denn wenn man schon mit Holz Wärme erzeugt, dann könne man ja auch gleich Strom erzeugen. Allerdings fehlte es an Abnehmern, und so wurde die Stromidee nicht weiter verfolgt.

Dafür kam im Initiativkreis die Idee auf, das im Nürnberger Land reichlich vorhandene Holz anderweitig zu nutzen. Mit Erfolg. «Als ich vor neun Jahren anfing, haben wir 2000 Festmeter Holz verarbeitet«, erinnert sich Michael Müller, Leiter der Forstbetriebsgemeinschaft. «Heute vermarkten wir 70000 Quadratmeter.« Und die Forstbetriebsgemeinschaft, die Holz aus den Körperschafts- und Privatwäldern vermarktet, wuchs personell von einer halben auf drei Förster- stellen und zwei Bürokrafte.

Seitdem wird der Privat- und Körperschaftswald in der Region fachmännisch bewirtschaftet anstatt das Holz sinnlos verrotten zu lassen. Dabei beschränkt sich der Markt der FBG aber nicht allein auf das Nürnberger Land.

Hauptabnehmer des hiesigen Holzes sind große Sägewerke in Ingolstadt, Ansbach und auch in Thüringen, die für den Weltmarkt produzieren. Was das Wertholz aus dem Nürnberger Land angeht, also das hochwertige, für die Möbelproduktion geeignete Holz, so nehmen allein die «Möbelmacher« zwei Drittel davon ab.

Den Nutzen haben alle am Initiativkreis Beteiligten. Für sie, ob Architekt, Schreiner oder Sägewerksbesitzer, bedeutet die Vermarktung des in der Region wachsenden Holzes Aus- und Einkommen. Doch Herwig Danzer weiß auch: wer mit regionalem Holz sein Haus bauen oder sich eine neue Küche schreinern lassen will, ist zwar bereit, einen fairen Preis zu bezahlen, aber nicht jeden. «Regionalität ist allenfalls ein Zusatzargument, aber nie ein Verkaufsargument.«

Trotz aller Wirtschaftlichkeit will Michael Müller den Erfolg des Initiativkreises nicht allein an Zahlen festmachen. Noch wichtiger findet es der Chef der Forstbetriebsgemeinschaft, wenn aus guten Ideen Realität wird. So wird das Schulzentrum in Altdorf seit einigen Jahren mit Hackschnitzeln aus dem regionalen Wald beheizt; auch die Frankenalb-Therme in Hersbruck deckt auf diese Weise ihren nicht geringen Wärmeenergiebedarf; und aktuell wird mit der Stadt Lauf über ein Hackschnitzelheizwerk für das dortige Schulzentrum verhandelt - dass mit Benedikt Bisping ein Grüner Bürgermeister in Lauf ist, sollte dabei kein Nachteil sein.

Am Wochenende 7.-9. November wird das Jubiläum des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb mit einem umfangreichen Programm gefeiert. Am Freitagabend wird in Unterkrumbach in einem «Weltrestaurant« über das Thema regionale Wirtschaftskreisläufe debattiert, es sind noch wenige Plätze frei. Der Samstag (10 bis 17 Uhr) bietet speziell für Bauherrn Informationen über das heimische Holz. Am Sonntag (10 bis 17 Uhr) stellen sich die Mitglieder des Initiativkreises genauer vor.

Stephan Sohr

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