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Mollath bleibt vorerst in der Psychiatrie

Ergänzende Stellungnahme soll kriminelles Potenzial und Rückfälligkeit prüfen - 29.04.2013 09:54 Uhr

Vorerst muss Gustl Mollath weiter in der Bayreuther Psychiatrie bleiben. © David Ebener/dpa


Die Anhörung von vor zwei Wochen hatte "Rekordlänge", wie Gustl Mollath selbst behauptet. "Sie sehen, dass sich das Gericht viel Zeit genommen hat und die Möglichkeit ist da, dass man erkennt, dass da an den Behauptungen was nicht stimmt", sagte der 56-Jährige nur kurz nach dem Termin dem Bayerischen Rundfunk. Seit etwa sieben Jahren sitzt Mollath in der Bayreuther Psychiatrie. Und dort wird er vorerst auch bleiben.

Die Strafvollstreckungskammer geht weiterhin davon aus, dass "der Untergebrachte die Taten (...) begangen hat". Nun soll der externe Sachverständige, der Mollath bereits in der Vergangenheit begutachtet hat, eine "ergänzende Stellungnahme" erstellen. Dort wird geprüft, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der 56-Jährige erneut Straftaten begeht, "welche Häufigkeit und welchen Schweregrad sie haben werden". Das Landgericht lässt keine Zweifel an der Schuld Mollaths.

Einem Gutachten des Bezirksklinikums Bayreuth zufolge stelle Gustl Mollath eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, leide unter Wahnvorstellungen. Der selbst betont, dass ein solcher Wahn schon im Gerichtsverfahren 2006 nirgendwo belegt werden konnte. Die Beurteilung Mollaths sei zwar schwierig, die Behandlung verweigere er aber immer noch, erklärte der Chefarzt.

Vor etwa zehn Jahren erstattete Gustl Mollath gegen mehrere Mitarbeiter und Kunden der HypoVereinsbank Anzeige wegen Schwarzgeldgeschäften. Seine Frau, die bei der Bank tätig war, soll er misshandelt haben. Dafür wurde der gebürtige Nürnberger verurteilt und in die Psychiatrie Bayreuth verlegt. Gutachter sprachen von einem "paranoiden Gedankensystem". Inzwischen haben interne Untersuchungen bei der HypoVereinsbank die Vorwürfe Mollaths bestätigt.

Tobias Lang

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