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Nach der Sommerpause: NSU-Prozess geht weiter

Zschäpe wird von inzwischen vier Rechtsanwälten verteidigt - 30.08.2015 17:04 Uhr

Am Mittwoch gehen die Verhandlungen gegen Beate Zschäpe weiter. © dpa


Nach Aussage von Bundesanwalt Herbert Diemer geht es in den kommenden Monaten vor allem darum, zahlreiche Dokumente und Sachbeweise ins Verfahren einzubringen. "Wir haben ja keinen Zeugen, der uns sagen kann, so und so war es."

Die "wesentlichen Komplexe" des Prozesses seien abgearbeitet, sagte Diemer. Zu den Morden, den Sprengstoffanschlägen und der Zerstörung der Fluchtwohnung des NSU-Trios in Zwickau seien die Beweise erhoben, ebenso zu den zahlreichen Raubüberfällen. Diemer sieht die Anklage im bisherigen Prozessverlauf bestätigt: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft hätten sich in der "Beweisaufnahme voll widergespiegelt".

Grasel ist Zschäpes Vertrauensanwalt

Verantworten muss sich Zschäpe wegen der rassistisch motivierten Serie der Morde an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, wegen des Mordes an der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter und wegen zweier Sprengstoffanschläge. 

Die Hauptangeklagte wird von inzwischen vier Rechtsanwälten verteidigt. Zusätzlich zu ihren bisherigen drei Verteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hat das Gericht ihr kurz vor der Sommerpause den 31 Jahre alten Münchner Anwalt Mathias Grasel beigeordnet.

Grasel absolvierte bisher neun Verhandlungstage und gilt als Zschäpes Vertrauensanwalt. Gegen die drei ursprünglichen Anwälte hatte sie mehrere Anträge auf Entlassung gestellt, allerdings vergeblich.

Der NSU-Prozess läuft seit zweieinhalb Jahren. Das Gericht hat vorsorglich weitere Termine bis zum Sommer 2016 geplant.

dpa

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