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Neue Chefin der kunst galerie fürth: De Ligt übernimmt

Die Frankfurterin folgt im Herbst auf Hans-Peter Miksch - 21.01.2020 20:56 Uhr

Die Neue am Königsplatz: Natalie de Ligt war Gründungsdirektorin der Kunsthalle Mainz und Leiterin des Kunstvereins Nürnberg. Seit vielen Jahren lebt sie mit Ehemann Matthias Egersdörfer in Fürth.

© Wonge Bergmann


Natalie de Ligt, die an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität ihrer Geburtsstadt studierte, leitete von 2007 bis 2012 die Kunsthalle Mainz, eines der bedeutendsten Zentren für zeitgenössische Kunst im Rhein-Main-Gebiet. Dort verantwortete sie 21 Ausstellungen, darunter 13 in Eigenregie. In dem umgebauten Kessel- und Maschinenhaus im Zollhafen präsentierte sie unter anderem international arrivierte Künstler wie den in Glasgow lebenden Cartoon-Meister David Shrigley oder den israelischen Video-Fachmann Guy Ben-Ner.

Zuvor, von 2003 bis 2007, leitete sie den Kunstverein Nürnberg/Albrecht-Dürer-Gesellschaft. Von 1990 bis 2002 war de Ligt bei Jean-Christophe Amann Mitarbeiterin im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, zugleich betrieb sie in der Main-Metropole den "Ausstellungsraum de Ligt", wo sie zeitgenössische Künstler präsentierte. 2004 organisierte sie gemeinsam mit Amman die 9. Triennale Kleinplastik Fellbach mit 72 nationalen und internationalen Künstlern.

Mainz verließ sie seinerzeit aus freien Stücken, der Pendelei zwischen Main und Mittelfranken überdrüssig. Ihr Ehemann ist Kabarettist Matthias Egersdörfer. Das Paar wohnt in der Kleeblattstadt in Laufnähe zur kunst galerie fürth.

Seit der Rückkehr in die Metropolregion war de Ligt freie Autorin und Kuratorin – und kam auf diese Weise schon 2017 durch die Mitarbeiter-Tür der kunst galerie fürth. Den Themen Architektur, Stadt und Urbanität widmete das Haus im Jahr des Jubiläums der Eigenständigkeit der Stadt, 2018, ihr Jahresprogramm. Als Gastkuratorin konzipierte de Ligt die Gruppenausstellung "zona deformabile. Von öffentlichen und privaten Räumen" mit Arbeiten unter anderem von Maaz Ali, Susann Gassen, Corinna Schnitt, Nina Weber und den Weltanschauungsbeauftragten.

Ab 1. Juni Rentner: Hans-Peter Miksch, Chef der kunst galerie fürth.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


"Mich interessiert die Verbindung eines Künstlers zum Leben, zum Alltag, zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die Kunst muss ein Stück Leben enthalten", äußerte de Ligt anlässlich ihres Abschieds aus Mainz in einem Interview mit der FAZ. Ihr eilt der Ruf einer Kennerin der zeitgenössischen jungen Kunstszene voraus.

Durchgesetzt hat sich de Ligt in einem Bewerbungsverfahren im vergangenen November. Die kunst galerie fürth – mit 190 Quadratmetern Ausstellungsfläche deutlich kleiner als die 600 Quadratmeter bietende Kunsthalle Mainz – übernimmt sie in einer spannenden Phase; es gilt als ausgemacht, dass das Haus, bislang noch immer Bayerns kleinste städtische Kunsthalle, nach deren Umbau in die Feuerwache am Helmplatz ziehen wird. Dies wird jedoch kaum vor 2023 der Fall sein.

MATTHIAS BOLL

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