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Sonntag, 20.10.2019

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300 Menschen gingen am Klima-Aktionstag in Neumarkt auf die Straße

Viele junge Eltern mit kleinen Kindern waren darunter: "Es geht um die Zukunft meiner Tochter" - 20.09.2019 18:57 Uhr

Hannah Hollweck eröffnete die Kundgebung mit einem leidenschaftlichen Appel!: „Es sind große und weitreichende Änderungen notwendig“, sagte die Schülerin, die sich in dem Organisations-Team des Neumarkter Fridays-For-Future-Bündnisses engagiert. © Foto: Hubert Bösl


Aufallend viele junge Eltern mit kleinen Kindern waren darunter. Die vier Monate alte Anja schlummerte in dem Tragesack an der Brust ihres Vaters Thomas Schwarz. "Ich bin hier, weil ich Verantwortung übernehmen möchte für die Zukunft meiner kleinen Tochter." Es reiche nicht aus, nur etwas zu spenden, sondern er wolle selbst aktiv werden.

So fahre er etwa täglich mit dem Fahrrad von Mühlhausen zu seinem Arbeitsplatz in Neumarkt. Jeder kann etwas tun, sagt Schwarz. Zur Demo ist hat er fünf Begleiterinnen mitgebracht, alle sind mit dem Rad gekommen, fünf aus Mühlhausen, eine aus Sulzbürg. Mit dabei auch ist auch Anjas Großmutter: "Schließlich müssen meine Enkel die Folgen des Klimawandels irgendwann ausbaden."

 

Die Teilnehmer zogen langsam durch die Marktstraße bis zum Oberen Tor und zurück. "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.", riefen Schülergruppen. Unter ihnen waren Lina und Emilia, die das Willibald-Gluck-Gymnasium besuchen. "Bei uns an der Schule gibt es einige Workshops zu dem Thema, etwa "Kochen für das Klima", die Honigbiene und Gibt Workshops etwa kochen fürs Klima oder zu Honigbiene und den Arbeitskreis Klimaschutz." Aus ihrem Jahrgang sind viele Jugendliche dem Aufruf gefolgt. "Und einige Lehrer habe ich auch gesehen", sagt Lina.

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Ein Schild stach hervor unter den Transparenten und handgemalten Pappkartons. Lusita Lang hielt das Vereinstaferl des OGV Stadt Neumarkt hoch. "Auch wir Gärtner können etwas für den Klima und Umweltschutz tun." Etwa durch den Anbau anderer Sorten, die mit weniger Wasser und Dünger auskommen.

Der Zug führte vorbei an einer gemütlichen Sitzecke mit Kinderrutsche und Blumentöpfen. Der ADFC hatte sechs Parkplätze umfunktioniert, Selbstverständlich ganz korrekt angemeldet. Parking-Day nennt sich dies Aktion, die es unter dem Motto "mehr Platz fürs Rad" seit 15 Jahren gibt und heuer zufällig mit dem Klima-Freitag zusammenfiel. Was aber kein Nachteil war, schließlich verfolgt man das gleiche Ziel einer klimagerechten Verkehrswende. Und nachdem die letzten Ansprachen am Rathaus verklungen waren, kamen der jungen Familien zu dem mobilen Innenstadt-Spielplatz.

 

Die Schülerin Hannah Hollweck vom Orga-Team begann mit einem leidenschaftlichen Appell: "Können Forderungen radikal sein, wenn es um die Zukunft aller geht?" Schließlich seien die nächsten zehn Jahre entscheiden, sagten Wissenschaftler. Peter Heyd, Diakon an Johanneskirche, sang ein Lied für seine noch nicht geborenen Enkel. Es sprachen Vertreter des Bund Naturschutz, der Großeltern for Future, des ADFC und der Bürgerinitiativen gegen die Juraleitung.
 
Nur einer sprach nicht: Pfarrer Stefan Wingen von der Hofkirche war am Vormittag ausgeladen worden, wie er sagt. "Ich stehe grundsätzlich zu den Zielen von Fridays for Future, sehe manches aber auch kritisch." Das sei im Vorgespräch kein Problem gewesen - aber dann musste er in einer Mitteilung lesen, alle Redner stünden zu "100 Prozent" hinter Fridays for Future. Auf seine Nachfrage hin folgte dann die Ausladung, so Wingen.

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