Starke Einbrüche

AOK warnt: Immer weniger Neumarkter gehen zur Krebs-Vorsorge

23.11.2021, 11:39 Uhr
Laut einer Auswertung der AOK gehen immer weniger Menschen zur Krebsvorsorge. 

Laut einer Auswertung der AOK gehen immer weniger Menschen zur Krebsvorsorge.  © Benjamin Ulmer, NN

Im Pandemiejahr 2020 gab es starke Einbrüche bei den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen, teilt die AOK mit. Für ihre Versicherten in Neumarkt meldet die AOK den stärksten Rückgang bei der Früherkennungskoloskopie (minus 21 Prozent gegenüber 2019), der Früherkennung von Hautkrebs (minus 15 Prozent) und auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung (minus 14 Prozent). Bei der bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (minus 6 Prozent) und beim Mammografie-Screening (minus 3 Prozent) gab es nur geringere Rückgänge der Teilnahmequoten.

Eine Langzeit-Auswertung auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK Bayern für die Jahre 2009 bis 2020 mache deutlich, dass die Teilnahmeraten bei allen Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung deutlich höher sein könnten, so die Krankenkasse.

Männer sind Vorsorge-Muffel

Insgesamt nutzte nur etwa die Hälfte der bayerischen Versicherten, die im vergangenen Jahr 65 Jahre alt waren, die Untersuchung zur Darmkrebs-Früherkennung. "Auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung gibt es noch viel Luft nach oben“, sagt der Neumarkter AOK-Direktor Gerhard Lindner. In der Altersgruppe zwischen 54 und 70 gingen weit mehr als zwei Drittel der Männer insgesamt zu selten oder zu spät zur Früherkennung.

Besser sieht es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aus: Über 80 Prozent der Frauen zwischen 29 und 40 haben den Empfehlungen entsprechend an der Vorsorge teilgenommen. „Diese Vorsorgeuntersuchung beweist eindrucksvoll die Wirksamkeit von Früherkennungsmaß-nahmen: Vor der Einführung 1971 war der Gebärmutterhalskrebs der häufigste bösartige Tumor bei jungen Frauen; inzwischen konnte die Zahl der Neuerkrankungen auf rund ein Viertel der Fälle reduziert werden“, so die AOK.

Kampagne für Früherkennung

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der AOK eine Online-Studie durchgeführt. Vom 21. bis zum 29. September wurden bundesweit insgesamt 3.225 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragt. Dabei gab rund ein Fünftel der Befragten an, dass es ihnen unangenehm oder peinlich sei, im Bekannten-, Freundes- oder Kollegenkreis über Früherkennung zu sprechen. Mehr als ein Drittel der Befragten erklärten sogar, dass die Beschäftigung mit Früherkennung und Vorsorge nach ihrer Einschätzung durch Tabus beeinträchtigt wird.

„Mit einer bundesweiten Kampagne "Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden" will die AOK gegensteuern und die Aufmerksamkeit für das Thema Krebs-Früherkennung erhöhen.

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