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Mittwoch, 16.10.2019

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Beim Trollius in Lauterhofen: "Kalk ist immer mit dabei"

Mitglieder vom Wirtschaftsbeirat Bayern sahen sich bei der Trollius GmbH in Lauterhofen um. - 21.09.2019 11:37 Uhr

Eine interessierte Truppe schaute sich auf dem Gelände von Trollius in Lauterhofen um: Einige Mitglieder des Wirtschaftsbeirats Bayern nutzten die Gelegenheit und ließen sich vom Inhaber Hermann Trollius (re.) über das Unternehmen informieren. © Foto: Jutta Riedel


Hermann Trollius, Geschäftsführer und Inhaber, gab den interessierten Gästen zunächst einmal einen umfassenden Überblick über das Unternehmen, das seit 1942 in Familienhand ist und heute 80 Mitarbeiter beschäftigt. Bei 17 Millionen Euro Umsatz ist das Unternehmen ein guter Steuerzahler für die Gemeinde.

An zwei Standorten wird produziert: in Lauterhofen mit seinem Vorkommen an Kalkstein und Dolomit sowie in Hörmannsdorf mit besonders hochwertigem Dolomitstein. Seit gut drei Jahren kommt die Annahme von Erdaushub hinzu, die von der Tochterfirma "JuraSoil" betreut wird.

Hergestellt werden Schotter und Brechsande, gebrannter und ungebrannter Kalk und diverse Mischungen von Kalzium- und Magnesiumkarbonaten, die in vielfältigen Bereichen zum Einsatz kommen: in der Bauwirtschaft bei Haus- und Straßenbau oder bei der Herstellung von Eisenbahnschwellen, in der Landwirtschaft als Futtermittel, Düngekalk oder Hygieneeinstreu, in der Stahl- und Glasindustrie, aber auch in der Putzmittel- und Kosmetikherstellung.

Ein "Verdelungsbetrieb"

Vielen Bürgern sei gar nicht bewusst, dass Kalk immer und überall mit dabei ist, auch in vielen Alltagsgegenständen, erläuterte Trollius, dessen Betrieb in Bayern der größte und innovativste Düngekalkproduzent sei.

Im Hinblick auf seine Produktpalette sieht der Firmenchef sein Unternehmen mehr als "Veredelungsbetrieb" denn als reinen Steinbruch. Dabei werden die Produktionsstätten langfristig und nachhaltig betrieben, Rohstoffe werden zu mehr als 97 Prozent verwertet.

Dazu zählt auch die Aufbereitung von Phosphat- und Holzasche beispielsweise aus Trocknungsanlagen. Pro Jahr werden in Lauterhofen 10 000 Tonnen Holzasche aufbereitet, anstatt die Asche mit dem enthaltenen Wertstoff auf Deponien zu lagern und das Düngemittel Kaliumphosphat aus dem Werratal oder aus Afrika zu beschaffen.

Wert legt Trollius auf die Rekultivierung der nicht mehr genutzten Randbereiche. Mit Erfolg wurde im Kalksteinbruch am Häselberg Kalkmagerrasen verpflanzt und eine entsprechende Fauna und Flora angesiedelt. Sogar ein eigener Honig wird hier mittlerweile geerntet in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein Traunfeld.

Für das gelungene Projekt wurde das Unternehmen am Anfang des Jahres mit dem Nachhaltigkeitspreis, ausgelobt vom Bundesverband Mineralische Rohstoffe (MIRO), ausgezeichnet als Sieger in der Kategorie "Umweltschutz – Wiederherrichtung". Stolz ist Trollius auch auf den Ressourceneffizienzpreis, den das Familienunternehmen mit 80 Beschäftigten für das Projekt der Holzascheverwertung gewonnen hat.

Innovativ und nachhaltig

"Hochinteressant, was hier alles produziert wird", resümierte Landrat Willibald Gailler und lobte das Engagement für Nachhaltigkeit und Rekultivierung, "ein wichtiger Schwerpunkt". "Als Familienbetrieb sind wir ein Vorzeigebetrieb, wirklich innovativ", meinte Trollius, "wir brauchen uns nicht zu verstecken".

Öffentlichkeitsarbeit trägt zur Akzeptanz des Betriebes bei: Regelmäßig bietet Trollius Begehungen für Kindergärten, Schulen, Vereine und andere interessierte Gruppen, um zu zeigen, was in Lauterhofen hergestellt wird und wie. Aktiv wird auch in Verbänden und Ausschüssen mitgearbeitet.

JUTTA RIEDEL

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