Dillberg: Bagger buddeln im Schutzgebiet

10.5.2021, 06:00 Uhr
Am Waldrand am Dillberg schaffen die Baumaschinen der Firma Adler die Voraussetzungen für den Sandabbau.

Am Waldrand am Dillberg schaffen die Baumaschinen der Firma Adler die Voraussetzungen für den Sandabbau. © Foto: Günter Distler

Und das mitten im knapp 2000 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet. "Wie kann das sein?", fragt ein NN-Leser, der sich auch optisch sehr an der Riesen-Baugrube stört.

Peter Adler, der Eigentümer der dortigen Sandgrube, hatte 2018 ein an die Sandgrube angrenzendes Grundstück erworben. Daraufhin reichte er Genehmigungsunterlagen beim Bergbauamt Nordbayern ein, um auf der neuen Fläche den Sandabbau und das Einlagern von Aushub fortsetzen zu dürfen.

Die Genehmigung hat er inzwischen, bestätigt Postbauer-Hengs Bürgermeister Horst Kratzer. Es seien zahlreiche Behörden involviert gewesen, auch der Gemeindewart sei gefragt worden, ob aus kommunaler Sicht Einwände gegen die Erweiterung bestünden.

"Sieht wild aus"

"Das sieht derzeit schon wild aus", räumt Bürgermeister Kratzer ein. Er gibt aber zu Bedenken, dass die Umsetzung strengen Auflagen unterliege. Sobald die Baustelle abgeschlossen ist, müsse gemäß "Eingrünungsplan" ein Sichtschutz und eine Absicherung eingerichtet werden.

Seit 1954 ist die Dillberg-Sandgrube im Besitz der Familie Adler, die sie damals von den Rummelsberger Anstalten erworben hatte. Die Firma Adler baut dort speziellen Sand ab, der für die Fertigung von Dachziegeln oder Kalksandstein-Blöcken verwendet wird. Rund 20 000 Tonnen werden jedes Jahr aus der Grube entnommen. Die Erweiterung soll dafür sorgen, dass das auch künftig der Fall sein wird.

Auf seiner Website schreibt Adler: "Die Verwendung von Sand als Rohstoff für die Herstellung von Produkten des täglichen Lebens wird vom Grundsatz her zwar begrüßt, konkrete Abbauvorhaben stoßen jedoch fast immer auf Widerstand." Neben Lärm oder Staub fürchten viele Veränderungen der Umwelt, die mit der Sandgewinnung verbunden sind.


Dillberg: Traum vom Bio-Bauernhof vorerst geplatzt


Die Sorge sei allerdings unbegründet, so Adler weiter. "Denn die Verfüllung und Rekultivierung einer Sandgrube sowie die Erdaushub-Annahme werden gesetzlich geregelt." Am Dillberg darf Boden bis Einbauklasse "Z2" verfüllt werden, also unter "definierten technischen Sicherungsmaßnahmen." Ab "Z3" müssen Deponien angefahren werden.

Nistkästen für Vögel

Adler versichert, seine Firma stehe für "sparsamen Umgang mit Bodenressourcen". Das Unternehmen sei Mitglied beim Bund Naturschutz und sorge für Nistkästen oder Bruthöhlen für Vögel und Fledermäusen sowie Aufforstungen mit Mischkulturen.

Das dürfte jedoch nur ein schwacher Trost sein für die Dillberger oder diejenigen, die in der dortigen Idylle Erholung suchen. Bis die Sand-Baustelle hinter ansehnlicherem Grün verschwindet, wird es noch eine ganze Weile dauern.

Keine Kommentare